24./25. November 2022, online: „Kinderrechte für Alle?! Klassismuskritische Arbeit in Kita und Grundschule“ Fachtagung des Deutschen Kinderhilfswerks

Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen. Diese Zahl bleibt seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Die Corona-Krise hat zu einer weiteren Verschärfung der Lage beigetragen – viele Unterstützungsangebote für Kinder fielen weg, wodurch Bildungsungleichheiten umso offensichtlicher hervortraten.

Kinderrechtlich betrachtet ist die Tatsache, dass so viele Kinder in Deutschland in finanziell benachteiligten Verhältnissen aufwachsen, buchstäblich ein Armutszeugnis für Deutschland – einem der reichsten Industrieländer der Welt. Das in der UN-Kinderrechtskonvention verankerte Recht auf Beteiligung (Art. 12) wird durch die ungleichen sozioökonomischen Ausgangslagen eingeschränkt. Doch Armut bedeutet nicht nur, ökonomisch benachteiligt zu sein; sozial benachteiligten Kindern wird auch der Zugang zum kulturellen Leben und zu digitalen Teilhabemöglichkeiten erschwert, sie haben schlechtere Chancen auf Erfolg im Schulsystem und auf ihrem weiteren Bildungsweg. So wird deutlich gegen das Diskriminierungsverbot (Art. 2) verstoßen, das besagt, dass alle Kinder unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder ihres sozialen Status die gleichen Rechte besitzen.

Kinderarmut ist eng mit Scham und Diskriminierungserfahrungen für die Betroffenen verbunden. Klassistische Vorurteile und Strukturen werden insbesondere auch im Bildungssystem reproduziert. Dies geschieht auf verschiedenen Ebenen und kann sich beispielsweise im Kontakt zwischen pädagogischen Fach- und Lehrkräften und Kindern, zwischen Gleichaltrigen oder durch diskriminierende Darstellungen in pädagogischen und didaktischen Materialien äußern. Klassismus verhindert demokratische Partizi pation.

Gemeinsam mit Expert*innen, Praktiker*innen, Verbands- und Elternvertreter*innen möchten wir ins Gespräch darüber kommen, welche Auswirkungen die oft fest verankerten klassistischen Strukturen sowie Diskriminierungen auf die Demokratiebildung in Kita, Hort und Ganztag haben und wie man dem in der pädagogischen Praxis begegnen kann. Wir möchten hierbei unter anderem folgenden Fragen auf den Grund gehen: Auf welche Barrieren im Bildungssystem stoßen von sozioökonomischer Benachteiligung betroffene Kinder und ihre Familien? Welche kinderrechtlichen Grundlagen für klassismussensibles Handeln gibt es? Welche geeigneten und nachhaltigen Konzepte, Methoden und Materialien gibt es für eine klassismuskritische Praxis? Wo sind Lücken?

Die Einladung und das Programm sowie die Anmeldemöglichkeit folgen im Sommer.

Donnerstag, 24. November 2022 von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Freitag, 25. November 2022 von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr
Link zur Anmeldung: folgt
Kosten: kostenfrei

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