Veranstaltung „Familie als Übungsfeld der Demokratie“ am Freitag, 09. November 2018 im Centre Monbijou, Berlin

Rund 30 Teilnehmende fanden sich am 09. November zu der Veranstaltung im Centre Monbijou ein, um konkrete Erfharungsräume zum Thema Demokratie für Familien zu diskutieren. Nach einem Begrüßungskaffee hielt Dr. Christian Alt vom Deutsches Jugendinstitut den ersten  Impulsvortrag mit dem Titel „Familie als Übungsfeld der Demokratie“. Nach einem regen Austausch über den Input und angeregten Diskussionen, konnten sich die Teilnehmenden bei einem Mittagessen weiter austauschen.

Anschließend fanden zwei parallel verlaufende Workshops statt, an denen jeweils die Hälfte der Gruppe nacheinander teilnahmen, so dass alle Anwesenden die gleichen Inputs erhielten.

Die Impulsgeberin beim ersten Workshops war Eva Prausner, Eltern stärken zum Schwerpunkt„Familienbildung zwischen Wertschätzung und Positionierung – Diskriminierende und rechtsextreme Äußerungen von Eltern“

Der zweite Workshop wurde von  Dr. Verena Wittke, AWO zusammen mit Ulrike Stephan, eaf zum Thema „Was kann die Familienbildung zur Demokratiebildung in Familien beitragen?“ gehalten.

Anschließend erfolgte die Ergebnissicherung aus den beiden Workshop-Gruppen im Plenum und das Sammeln von Fragestellungen und Schwerpunkten für die zukünftige Arbeit des BFF.

Abschließend hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit sich beim Networking-Kaffe weiter auszutauschen und angeregte Diskussionen zu vertiefen.

 

Veranstaltung des Bundesforums Familie: „Wie beteiligen sich Kinder und Jugendliche in der Gesellschaft“ am 29.10.2018 in Berlin-Mitte

Gut 40 Teilnehmende fanden sich am 29.10.2018 in Berlin-Mitte zur Veranstaltung „Wie beteiligen sich Kinder und Jugendliche in der Gesellschaft“ ins Hotel Grenzfall ein. Initiiert von der Arbeitsgruppe „Spezifische Belange von Kindern und Jugendlichen in der Demokratie“ war es Ziel, Impulse zum Thema der aktiven Beteiligung von Kinder und Jugendlichen in der Demokratie zu setzen sowie ein besseres Verständnis zu den Erfolgsfaktoren von einzelnen Projekten zu erlangen.

Die Veranstaltung begann mit einem Impulsvortrag „Partizipation von Kindern und Jugendlichen – empirische und praktische Perspektiven“ von Prof. Dr. phil. Katharina Gerarts. Sie ist Professorin für Kindheitspädagogik an der Evangelischen Hochschule in Darmstadt und ehrenamtliche Beauftragte der hessischen Landesregierung für Kinder- und Jugendrechte. Frau Prof. Dr. Gerarts leitete die Grundlagen der Partizipation von Kindern und Jugendlichen zunächst theoretisch her, indem sie u.a. die UN-Kinderrechtskonvention als Grundlage nutzte und zudem die entwicklungspsychologischer Sicht einbezog. Im Anschluss stellte sie in einem empirischen Teil die World Vision Kinderstudie 2018 und des LBS-Kinderbarometers von 2016 vor.

Zusätzlich berichtete Frau Prof. Dr. Gerarts aus der Praxis anhand der von ihr begleiteten Kinder- undJugendrechte-Charta in Hessen. Dabei erläuterte sie ausführlich die konkrete Ausgestaltung und die Erarbeitung der Fragestellungen, die dabei an die Kinder herangetragen wurden. Weiterhin berichtete sie vom Kongress für Kinder und Erwachsene „Kinder mischen mit, das Recht des Kindes auf Beteiligung und Verwirklichung“, der 2015 in Darmstadt stattgefunden hatte und erläuterte weitere Beispiele der Einbindung von Kindern und Jugendlichen in politische Prozesse und fachliche Diskurse.

Abschließend wandte sie sich mit der Aufforderung zur Kleingruppenarbeit mit der Frage„In welchen Ihrer  Arbeitsbereiche ist die konkrete Beteiligung von Kindern und Jugendlichen denkbar?“ an alle Teilnehmenden der Veranstaltung. Daran anknüpfend erfolgte eine angeregte Diskussion im Plenum. Unter anderem wurde über Forderungen debattiert, an Schulen und Kitas stärker über Kinderrechte zu informieren. Auch wurde angemerkt, dass Beteiligung häufig als zusätzliche Belastung angesehen würde, statt als Bereicherung.

Auch beim Mittagessen gab es einen regen Austausch unter den Teilnehmenden. Am Nachmittag berichtete Jan Rooschüz, geschäftsführender Vorstand des Landesverbandes Kinder- und Jugendfilm Berlin e.V., über Partizipation von Kindern und Jugendlichen durch Medien. Er erläuterte dies am Beispiel seines Projekts „Klappe auf für Demokratie und Kinderrechte“. Dies ist ein Kinderrechte-Filmfestival, bei dem Kinder und Jugendliche unter pädagogischer Begleitung Filme zu jenen Kinderrechten produzieren, die sie am meisten interessieren. Diese Filme wurden anschließend bei YouTube veröffentlicht und haben dadurch eine große Popularität erfahren(75.000 Abonent*innen). Da es auf diese Filme jedoch nicht nur positive Rückmeldung gab, sondern die Kinder teilweise auch Hate-speaches ausgesetzt gewesen seien, habe er das Konzept der „Internet Ritter“ entwickelt, bei dem sich die Akteure in einem geschützten Raum mit den “echten” Kommentaren zu den Filmen auseinandersetzen. In Workshops werden die problematischen Beiträge thematisiert und gemeinsam nach Wege und Strategien gesucht, um auf sie zu reagieren.

Der letzte Programmpunkt der Veranstaltung umfasste eine Debatte über verschiedene politische Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche. Auf dem Podium diskutierten:

  • Miguel Góngora, Vorsitzender und Leyla Soysal, Vorstandsmitglied des Kinder- und Jugendparlaments von Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Jeanette Münch, Kinder- und Jugendbeauftragte im Jugendamt Pankow
  • Angelika Staudinger, Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg, GSJ gGmbH

In der Diskussion stellte sich unter anderem heraus, dass alle Ebenen der Beteiligungen wichtig seien, auch, weil es nicht in allen Bezirken Beteiligungsbüros gäbe oder die Kinder- und Jugendparlamente nicht immer gleich gut aufgestellt seien.

Am Ende der Veranstaltung gab es die Möglichkeiten zum bilateralem Austausch und Networking, die von vielen Teilnehmenden aktiv genutzt wurde.

Veranstaltung zum Thema Familienwahlrecht am Freitag, den 14.12.2018

In den Räumen der Geschäftsstelle der AGF (Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße 14
10785 Berlin) wird am Freitag, den 14.12.2018 von 10-12 Uhr eine Veranstaltung zum Thema Familienwahlrecht stattfinden. Dabei werden Prof. Dr. Jörg Maywald (Deutsche Liga für das Kind) und Dr. Heidemarie Arnhold (Arbeitskreis Neue Erziehung) eine Pro-und Contra-Diskussion zum Thema führen.

Im Nachgang an die Veranstaltung wird die AG “Familien der Demokratie” eine offenen Sitzung von 12-15 Uhr (incl. Imbiss) abhalten, um die neu gewonnen Erkenntnisse gleich zu verwerten sowie zukünftig anzugehende Schritte fest zu legen. Auch andere Interessierte Mitgliedsorganisationen können gerne mitdiskutieren und sich einbrigen.

Arbeitsgruppen zum Thema “Familie, Partizipation und Demokratie”

Bei der Auftaktveranstaltung am 26.4.2018 zum Thema „Partizipation, Demokratie und Familie“ konnten diverse Diskussionsprozesse angeschoben und weiterführende Fragestellungen aufgenommen werden. Auf der Veranstaltung haben die Teilnehmer/innen weitergehende Fragen und Anregungen notiert und drei vorgeschlagenen Themenbereichen zugeordnet, aus denen nun die Arbeitsgruppen hervorgehen. Die Termine dafür sind:

Montag, 28. Mai 2018 von 13-16 Uhr: „Demokratie in der Familie“

Donnerstag, 7. Juni 2018 von 13- 16 Uhr: „Spezifische Belange von Kindern und Jugendlichen in der Demokratie“

Montag, 11. Juni 2018 von 13-16 Uhr: „Familien in der Demokratie“

Veranstaltungsort für alle drei Arbeitsgruppen ist die Geschäftsstelle der AGF:

Karl-Heinrich-Ulrichs-Str. 14, 10785 Berlin

Für eine Teilnahme melden Sie sich bitte an unter: anmeldung@bundesforum-familie.de

Bundesforum Familie: Einblicke und Ausblicke in das Themenfeld „Familie, Partizipation und Demokratie“

Am 26. April 2018 fand die Auftaktveranstaltung des Bundesforums Familie zum Thema “Familie, Partizipation und Demokratie” in der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal in Berlin Mitte statt.

Wie und wodurch wird Demokratie in der Familie erlernt? Welche Möglichkeiten haben Familien, sich in die Gesellschaft einzubringen und an politischen Prozessen mitzuwirken? Wie werden demokratische Prozesse in Kita, in Schule und Jugendhilfeeinrichtungen erlebt und vorgelebt? Diese und andere Fragen stellten sich die über 70 Teilnehmer/innen der Auftaktveranstaltung „Familie, Partizipation und Demokratie“ des Bundesforums Familie.

Partizipation und Demokratiebildung im Kindesalter“

Die Veranstaltung wurde mit einem Input von Peggy ReisingerPartizipation und Demokratiebildung im Kindesalter“ vom Institut für Partizipation und Bildung eröffnet. In ihrem Vertrag verdeutlichte Frau Reisinger, dass die Demokratisierungsprozesse bereits im Kita-Alltag erlernt werden können und müssen. Sie untermauerte dies mithilfe eines ausführlichen Berichts über den diesbezüglichen aktuellen Forschungsstand. Die Partizipation von Kindern sollte demzufolge als das Recht von Kindern zur Mitbestimmung bei ihren Belangen verstanden werden, um ein zentraler Bestandteil der subjektorientierten und demokratieorientierten Pädagogik zu sein.

Eine bedeutende Erkenntnis der Forschung sei, dass Kinder nie zu jung oder zu unerfahren sind, um in demokratischen Strukturen mit zu entscheiden und mit zu planen. Würde man Kindern ihre Rechte gewähren und würden Fachkräfte über die nötigen Partizipationskompetenzen verfügen, wären Kinder durchaus in der Lage, kompetent ihre Rechte wahrzunehmen. Fachkräfte und Kinder würden mit zunehmender Erfahrung sicherer im partizipativen Handeln. Sobald Kinder den Anspruch verinnerlicht haben, Rechte einzufordern und praktisch zu erleben, würden sie diese Erfahrungen auch auf andere Lebensbereiche übertragen. So wären sie z.B. in der Lage, im Familienkreis mit zu entscheiden, Ideen zu diskutieren oder ihre Rechte im Kita- oder Schulalltag einzufordern. Schlussendlich haben sie damit gute Voraussetzungen, sich auch im Gemeinwesen zu engagieren und z.B. die Politik auf existierende Missstände aus Kindersicht aufmerksam zu machen.

Dem Vortrag folgte nahtlos eine sehr angeregte Diskussion über diese Erkenntnisse und Thesen. Sabine Zimmermann, Vorsitzende des Familienausschusses des Deutschen Bundestages nahm die Gelegenheit wahr, sich den Mitgliedern des BFF kurz vorzustellen und ihr eigenes großes Interesse an diesem Thema zu bekunden. Sie sicherte ihre eigene Beteiligung an dem Diskussionsprozess zu und freue sich sehr auf die Mitarbeit im Beirat des BFF.

Demokratieförderung und Partizipation in Kitas und der Kindertagespflege

Die Diskussionsimpulse dazu gab Franziska Porst, Koordinatorin des Kooperationsprojekt „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“ der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Franziska Porst erinnerte daran, dass ca. 3,5 Mio. Kinder eine Kindertageseinrichtungen und -tagespflege besuchen (2017), sehr viele davon in Trägerschaft der Wohlfahrtsverbände. Das Projekt habe zum Ziel, Kinder, pädagogische und nicht-pädagogische Fachkräfte, Eltern und Elternvertretungen sowie den Sozialraum für demokratische Partizipation und Mitbestimmung zu sensibilisieren, um die Wahrnehmung und Akzeptanz von Vielfalt zu fördern.

Nach ihrer Erfahrung würden Kinder sich von sich heraus beteiligen wollen und würden auch die Grundlagen von Demokratie beherrschen. Partizipation stelle jedoch neue Anforderungen an Fachkräfte mit Hinblick auf ihre Kompetenzen, Ressourcen und Haltung: häufig falle es dem Fachpersonal schwer, „Macht“ abzugeben und Kinder mitbestimmen zu lassen. Dies gelte im Übrigen auch für Eltern. Da der Prozess von Partizipation von Kindern in der Kindertagesbetreuung Auswirkungen auf die ganze Familie habe, stehe die Einbeziehung von Eltern und anderer Bezugspersonen bei diesen Prozessen besonders im Vordergrund. Auch sei es wichtig, die Beteiligung von Kindern und Eltern in der Kita stärker zusammenzudenken, damit Demokratiebildung auch in den Familien aufgegriffen werden könne. Nur dann würde Demokratiebildung im weiteren Bildungsweg von Kindern fortgeführt werden können. Damit sei jedoch die generelle Anforderung verbunden, das deutsche Bildungssystem stärker auf Partizipation und Teilhabe auszurichten.

Die zahlreichen Projekte, die unter der Überschrift „Demokratieförderung und Partizipation in Kitas“ agieren, werden von den Wohlfahrtsverbänden mit sehr unterschiedlichen Ansätzen umgesetzt. Als Beispiel stellte Meike Geppert, Diakonie Deutschland, ihr Projekt von „Was heißt hier eigentlich Demokratie? – Demokratieerziehung als originärer Auftrag der frühkindlichen Bildung“ vor, das sie mit der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V. gemeinsam erarbeitet hat.

In der anschließenden Diskussion unter den Teilnehmer/innen wurde unter anderem betont, dass nicht nur die Mitte der Gesellschaft bei der Demokratiebildung im Vordergrund stehen dürfe, sondern auch daran gedacht werden müsse, wie Partizipation unter schwierigeren Bedingungen gelingen könne.

Auch wurde angemerkt, dass es bei Partizipation immer um die Frage der Machtabgabe gehe – als Fachkraft, als Vorgesetzte/r aber ebenso auch als Mutter oder Vater. In der Diskussion wurde deutlich, dass es unter den Teilnehmer/innen – ebenso wie in der Gesellschaft unterschiedliche Definition von Demokratie gebe. Heißt Demokratie lediglich die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen oder geht sie noch darüber hinaus? Kritisch genannt wurde, dass zu viel Partizipation auch zu einer Überforderung der Kinder führen könne.

Demokratieförderung und Partizipation im schulischen Bereich

Christine Achenbach, Bildungsreferentin bei dem Verein für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung berichtete, wie ihr Verein Bildungseinrichtungen in ihrem Engagement gegen Rechtsextremismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Diskriminierungen und religiös begründeten Extremismus unterstützt. Sie würden Fortbildungen für Pädagog/innen anbieten, Audit-Verfahren zur Schulentwicklung begleiten, Schüler/innen unterstützen, die sich im Klassenrat, in der Schüler/innenvertretung oder für Initiativen wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ engagieren, Seminare und Klassentage mit Schüler/innen durchführen sowie Handreichungen und Argumentationshilfen entwickeln. Hinsichtlich der Demokratiebildung in der Leherer/innenausbildung berichtete sie dass lediglich 20 von 60 Hochschulen „Demokratiebildung“ als verpflichtende Lehrveranstaltung bei der Ausbildung von Gymnasiallehrern im Programm habe. Bei der Ausbildung zu Grundschullehrer/innen seien es 16 von 44 Hochschulen.

Martin Nanzig leitet den Bereich “Partner & Programme” bei der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. (DeGeDe), die sich für die Entwicklung demokratischer Handlungskompetenzen und in der Förderung demokratischer Organisationskulturen in schulischen und außerschulischen Erziehungs- und Bildungseinrichtungen einsetzt. In dieser Funktion koordiniert er die Kooperation der DeGeDe im Bundesprogramm “OPENION – Bildung für eine starke Demokratie”. OPENION gebe jungen Menschen die Möglichkeit, sich in gesellschaftliche Prozesse einzubringen, eigene Ideen zu entwickeln und Demokratie als Gestaltungsprozess zu erfahren. Weiterhin stellte Martin Nanzig das Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft vor, in dem zivilgesellschaftliche Institutionen und Organisationen sowie Stiftungen gemeinsame die Herausforderungen für eine demokratischere Gesellschaft angehen. Das Bündnis sei offen für weitere zivilgesellschaftliche Organisationen sowie auch Akteure aus Politik und Verwaltung in Bund und Ländern.

Außerinstitutionelle Demokratieförderung

Karin Bremer, Drehscheibe Kinder- und Jugendpolitik, Stiftung SPI und Manuela Elsaßer, Koordinatorin für Kinder -und Jugendbeteiligung im Bezirksamt Lichtenberg von Berlin führten mit Inputs in die Thematik ein.

Frau Bremer erläuterte das Projekt „Drehscheibe der Demokratie“, das das Ziel habe, eine lebendige, alters- und entwicklungsgerechte, attraktive Kinderpolitik kommunal zu verankern sowie Angebote und Projekte zur direkten Beteiligung von Kindern und Jugendlichen umzusetzen. Dafür müsse:

  • eine Struktur geschaffen werden,
  • Statements von Ministerien und anderen politischen Institutionen gesetzt werden,
  • Ansatzpunkte für Kinder- und Jugendliche gegeben werden, wo sie mit ihren Beteiligungswünschen andocken können.

Gesetzliche Grundlagen dafür würden unter anderem die Landesverfassung, das Kita- und Schulgesetz, das Grundgesetz, die UN-Kinderrechtskonvention, das Kinderjugendhilfegesetz sowie das SGB VIII bieten.

Entscheidend für die Qualität von Partizipation sei jedoch insbesondere die Haltung von Erwachsenen. Partizipation müsse zunächst in den Herzen und den Köpfen der Erwachsenen entstehen. Ziel müsse es jeweils sein, für Kinder und Jugendlichen eine Teilhabe an jenen Entscheidungen sicherzustellen, die sie betreffen würden, z.B. bei der Mitgestaltung ihres Lebensraums. Kinder sollen als Expert/innen in eigener Sache ernstgenommen werden, dazu sei es auch notwendig, kind- und jugendgerechte Methoden anzuwenden. Partizipation sei Machtabgabe – diese Machtabgabe würde unmittelbar etwas bewirken und müsse offen und frei zugelassen werden. Ressourcen bereitzustellen sei bei der Beteiligungen von Kindern und Jugendlichen unverzichtbar.

Als Projektbeispiele nannte Frau Bremer die U18 Wahl für Kinder und Jugendliche, Kinder- und Jugendparlamente und die Beteiligung an der Entstehung des Jugendfördergesetzes in Berlin sowie das „JugendForum,“ bei dem Jugendliche mit Abgeordneten des Abgeordnetenhauses in einen Dialog treten würden.

Manuela Elsaßer stellte beispielhaft die Beteiligungsprozesse im Bezirksamt Lichtenberg dar, dessen Basis die Verwaltung, die Kommunalpolitik und die Kinder und Jugendlichen selbst bilden. Sie stellte das Projekt der „Spielleitplanung“ und des „Money man“ vor, mit denen Kinder und Jungendliche ganz praktisch partizipieren können.

Das Bundesprogramm „Demokratie leben“

Thomas Heppener, Leiter der Referatsgruppe Demokratie und Vielfalt im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellte das „Bundesprogramm Demokratie leben“ vom BMFSFJ vor. Dabei unterstrich er die große Bedeutung der zahlreichen Initiativen, Vereine und der engagierten Bürgerinnen und Bürger, die sich tagtäglich für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander einsetzen würden. Das Bundesprogramm solle diese Arbeit finanziell unterstützen. Er bestätigte, dass die Laufzeit des Projekts bis 2019 mit rund 100 Millionen pro Jahr gesichert und eine Verlängerung angestrebt sei. Es folgte eine angeregte Diskussion über das Bundesprogramm und dessen Schwerpunkte, in der Thomas Heppener zu bedenken gab, dass es eine Gefahr darstellen könne, Präventionsmaßnahmen zu sehr in „Nischen“ zu denken. Er plädierte dafür, dass sich demokratiefördernde Maßnahmen sich an alle Menschen gleichermaßen richten sollten. Gleichzeitig ermutigte er die Mitglieder des BFF dazu, ihren Anspruch nach mehr Demokratieförderungsmöglichkeiten in der Gesellschaft lauter werden zu lassen, ihm seien die NGOs dazu deutlich zu leise.

Konstruktives Streiten innerhalb von Familien

Martina Plewa berichtete aus ihrer Praxis als Koordinatorin von Familienräten. Sie stellte zunächst das Konzept des Familienrats vor, bei dem es darum gehe, dass Familien gemeinsam mit Verwandten, Freunden und weiteren Personen aus der Lebenswelt zusammen kommen und Ideen für die Lösungen ihrer Probleme entwickeln. Familien und deren Umfeld würden häufig am besten wissen, was sie gut könnten und was bei ihnen nicht gut funktionierte. Die Beteiligten würden gemeinsam einen Plan entwickeln, für den alle Verantwortung übernähmen. Da das Jugendamt die vermittelnde Behörde sei, gebe es aufgrund einer eher negativen Assoziation zunächst häufig Hemmnisse, einen Familienrat zu begründen. Sobald diese Hürde jedoch überwunden sei, würde als erster Schritt unter den Teilnehmenden des Familienrates die Sorge besprochen und ein entsprechender Lösungsplan erarbeitet werden, der schriftlich festgehalten werde. Anschließend prüfe der/die Sozialarbeiter/in die vorgetragene Lösung vor dem Hintergrund der formulierten Sorge. Im Laufe des Prozesses würden aus der Familie heraus ein Protokollant, ein Moderator und ein Wächter der Regeln für den Diskussionsverlauf bestimmt werden. Die Koordinatorin sei lediglich die Organisatorin dieses Prozesses, sie nehme im Diskussionsverlauf nur eine beobachtende Rolle ein. Abgesehen von dieser allgemeinen Rahmenstruktur sei jeder Familienrat in seiner Durchführung einzigartig, denn er berücksichtige maßgeschneidert die Werte und Rituale der jeweiligen Familienratsgruppe individuell.

Arbeitsgruppen

Neben den inhaltlichen Diskussionen war es das Ziel dieser Auftaktveranstaltung, verschiedene Arbeitsgruppen zur weiteren Arbeit zu bilden. Während der Veranstaltung haben die Teilnehmer/innen weitergehende Fragestellungen und Anregungen notiert und sie den jeweiligen Themenschwerpunkten „Demokratie in der Familie“, „Familien in der Demokratie“ bzw. „Spezifische Belange von Kindern und Jugendlichen in der Demokratie“ zugeordnet. Am Ende der Veranstaltung hatten die Teilnehmer/innen noch Gelegenheit, an einer der drei Themen-Säulen zu diskutieren und weitere Absprachen zu treffen.

Markt der Möglichkeiten

Zusätzlich zu den Diskussionen im Plenum hatten die Teilnehmer/innen auf einem Markt der Möglichkeiten die Gelegenheit, sich mit den vorgestellten Initiativen und Projekten sowie zusätzlich mit Vertreter/innen der Initiativen „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, „Die offene Gesellschaft“ und der Bundesverband der Kindertagespflege mit dem Projekt „Demokratie und Partizipation von Anfang an“ ins Gespräch zu kommen.

 

26. April 2018, Berlin: Auftaktveranstaltung zum aktuellen Thema “Familie, Partizipation und Demokratie”

Die Auftaktveranstaltung zum aktuellen Thema “Familie, Partizipation und Demokratie” findet am Donnerstag, den 26.04.2018 statt in der:

Hoffnungstaler Stiftung Lobetal
Lazarus Haus Berlin
Bernauer Str. 115
13355 Berlin-Mitte

Die Veranstaltung ist von 10.30 -16.00 Uhr geplant.

Netzwerkversammlung 2017: Vorstellung der Abschlusspublikation und neues Schwerpunktthema

Knapp 60 Teilnehmende aus den Mitgliedsverbänden des Bundesforums Familie kamen am 30.11.2017 zur diesjährigen Netzwerkversammlung zusammen. Die Beratungen zum Thema „Familie und Flucht“ wurden am Vormittag beleuchtet. Petra Winkelmann, Jürgen Wüst, Birgit Merkel und Lisa Sommer stellten stellvertretend für die Ad-hoc-Arbeitsgruppen die Diskussionsergebnisse der letzten zwei Jahre vor, wie sie in der Broschüre „Familie und Flucht- Familie leben, in der Gesellschaft ankommen“ dargestellt werden. In ihr finden sich zu jedem Unterthema eine Beschreibung des durchgeführten Fachforums sowie zentrale Erkenntnisse, die die jeweilige Ad-hoc-Arbeitsgruppe zum Thema gewonnen hat. Dies waren: 1. Werte lernen in der Migrationsgesellschaft; 2. Zugänge von geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu Regelangeboten der Bildung; 3. Junge Geflüchtete und ihre Familien in der Kinder- und Jugendhilfe; 4. Familienzusammenführung von Geflüchteten. Zudem blicken die Beteiligten der Arbeitsgruppen sowie der Beirat gemeinsam in einem Abschlusskapitel übergreifend auf das Thema. Nach der Vorstellung wurden die Ergebnisse im Plenum kommentiert, beraten und diskutiert.

Neuer Beirat

Da die vier-jährige Periode des bisherigen Beirats des Bundesforums Ende 2017 endet, muss für die nächsten vier Jahre ein neuer Beirat berufen werden. Sven Iversen bedankte sich im Namen des Bundesforums Familie herzlich beim bisherigen Beirat, der die Arbeit des Bundesforums und der Geschäftsstelle sehr konstruktiv und intensiv begleitet hat. Im Anschluss waren die Organisationen des Bundesforums Familie aufgerufen, aus ihrer Mitte Personen für den Beirat zu wählen. Insgesamt hatten sich 11 Personen darum beworben, sie stellten sich in einer Vorstellungsrunde den Teilnehmenden vor. Gewählt wurden (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Magda Göller, Pestalozzi-Fröbel-Verband
  •  Dr. Andreas Heek, Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschland
  • Cordula Lasner-Tietze, Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband
  • Silke Raab, Deutscher Gewerkschaftsbund
  • Stephan Wassmuth, Bundeselternrat

Wir gratulieren ganz herzlich und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

Thema für 2018/2019

Am Nachmittag wurde zum Thema der nächsten zwei Jahren beraten. Unter den rund 40 eingegangenen Vorschlägen hatte der Beirat die Themen „Familie und Digitalisierung“, „Elternschaften heute“, „Familie, Partizipation und Demokratie“ sowie „Familie in besonderen Lebenslagen“ ausgewählt, die an Thementischen in vier Runden von allen Teilnehmer/innen angeregt diskutiert wurden. Nach spannenden Gesprächen wählten die Anwesenden „Familie, Partizipation und Demokratie“ zum Thema für die nächsten zwei Jahre. Ein zentraler Diskussionsgegenstand war die Frage nach Rolle und Bedeutsamkeit von Familie als zentraler Bildungs- und Sozialisationsinstanz im Erwerb demokratischer Kompetenzen und demokratiefördernder Einstellungen. Dabei ging es u.a. um die Möglichkeiten und Kompetenzen, die in Familien vorhanden sein müssen, um sich z. Bsp. in Beteiligungsprozessen einzubringen, mitzuwirken, mitzugestalten und ihre Bedarf einzubringen.

Als nächste Schritte wird nun die Art und Schwerpunktsetzung der Themenbearbeitung erarbeitet, und dies voraussichtlich im Januar im Beirat besprochen. Alle Mitglieder sind herzlich dazu aufgerufen und eingeladen, dazu Ideen, Anregungen und Erfahrungen mitzuteilen.