22. März 2022, online: Kick-Off-Veranstaltung „Empowerment durch Unterstützungsstrukturen“

Das Schwerpunktthema der Themenperiode 2022/23: „Empowerment durch Unterstützungsstrukturen – Zugänge schaffen und Familien stärken“ wurde beim Netzwerktreffen des Bundesforums Familie am 22. November 2021 mit großer Mehrheit von den anwesenden Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen gewählt. Erkenntnisse aus dem Neunten Familienbericht sowie Erfahrungen aus den Unterstützungsstrukturen unter dem „Stresstest“ der Pandemie begründen die Relevanz des Querschnittsthemas.

Bereits in den Diskussionen während des Netzwerktreffens wurden zu dem Thema erste Gedanken ausgetauscht. Festgehalten wurde unter anderem, dass die Zugänge zu Ressourcen für Familien in Deutschland insgesamt ungerecht verteilt sind. Dies gilt beispielsweise für die Teilhabe an Bildung, Wohnraum, Gesundheit etc. ebenso wie für den Zugang zu Unterstützungs-möglichkeiten in der Erziehungs- und Bildungsarbeit. Betont wurde, dass es daher wesentlich auf eine nachhaltige gerechtere Verteilung der materiellen und sozialen Ressourcen ankommt, aber auch auf die Schaffung barrierearmer Zugänge zu Unterstützungsangeboten für belastete Familien. Wie können Zugänge zu Unterstützung geschaffen und Familien gestärkt werden?

Um diese Frage zu beantworten, müssen einerseits die nach Unterstützung suchenden Familien und ihre Bedarfe, andererseits die Unterstützungsstrukturen selbst und die hier handelnden Fachkräfte in den Blick genommen werden. Letztere agieren im Spannungsfeld zwischen gesetzlichem Regelwerk und praktischer Umsetzung und sind täglich mit immanenten und auferlegten Restriktionen konfrontiert, die gelingende Zugänge erschweren. Das Bundesforum Familie hat sich in der Themenperiode 2022/2023 das Ziel gesetzt, durch die Eröffnung eines Reflexionsraumes diese Restriktionen, aber auch die Stellschrauben und Gelingensbedingungen für eine nachhaltige Stärkung von Familien durch Unterstützungsstrukturen zu identifizieren. Welche Potenziale werden durch einen selbstkritischen Blick auf Unterstützungsstrukturen freigelegt? Wie kann und muss mit bekannten Ambivalenzen des Systems umgegangen werden?

Die Kick-Off-Veranstaltung eröffnet ein Forum, in dem der Austausch zu diesen Fragen möglich ist. Sie bildet den Auftakt für die Themenperiode, der sowohl inhaltlichem Input als auch Diskussionen Raum bietet und strukturelle Grundsteine für den Weg der nächsten zwei Jahre legt.

Die Teilnahme ist den Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen des Bundesforums Familie vorbehalten. Wir bitten um Anmeldung bis zum 21. März 2022, 11 Uhr.

28. Juni 2022, online: Impulsworkshop „Empowerment als Leit- und Zielperspektive in der Familienunterstützung“

Die aktuelle Themenperiode „Empowerment durch Unterstützungsstrukturen“ nimmt die Stärkung von Familien durch empowernde Unterstützungsstrukturen in den Blick. Dieser Fokus thematisiert damit Empowerment als Leit- und Zielperspektive mit seinen Potenzialen, aber auch die damit einhergehenden Ambivalenzen, Herausforderungen und Missverständnisse.

Der Begriff des Empowerments wird sich wie ein roter Faden durch die drei für 2022/23 geplanten Fachforen ziehen – doch was bedeutet Empowerment und warum ist es erstrebenswert?

Bietet Empowerment einen Ausweg aus der Fürsorge-Falle oder dient er stellenweise als Label für Maßnahmen, die einen gegenteiligen Effekt erzielen? Was sind die Potenziale und Widersprüche von Empowerment? Der Empowerment-Begriff findet sich in vielen politischen und sozialarbeiterischen Kontexten. Gibt es Spezifika des Empowerment-Begriffs in der Familienarbeit?

Mit dem Impulsworkshop soll bereits im Vorfeld der Fachforen durch Input und Diskussion eine gemeinsame begriffliche Grundlage für die weitere Bearbeitung der Thematik geschaffen werden. So wird erreicht, dass ‚Empowerment‘ nicht als wohlklingender Trendbegriff verstanden wird, sondern als Konzept, das Familien nachhaltig stärken und Zugänge langfristig schaffen kann.

Gliederung des Workshops

In einem ersten Teil gibt Yasmine Chehata (TH Köln, Herausgeberin des Sammelbandes „Empowerment und Powersharing“ [2020]) einen inhaltlichen Einblick in den konzeptionellen Ansatz des Empowerment-Begriffs. Prof. Dr. Paul Mecheril (Universität Bielefeld, Beiratsmitglied des Bundesforums Familie) schließt daran mit einem einordnenden Kommentar an. Dieser Teil des Workshops ist für alle interessierten Mitglieder des Bundesforums Familie.

Der zweite Teil richtet sich ausschließlich an die Mitglieder der drei neu gebildeten Ad-Hoc-AGs und fragt nach dem Nutzen und möglichen Stolpersteinen des Empowerment-Begriffs und dessen Auswirkungen auf die Praktiken in der Familienunterstützung. Durch die Diskussion soll hier ein tieferes Verständnis für die Idee des Empowerments erworben und bestehende Vorstellungen reflektiert und erweitert werden. Diese Auseinandersetzung dient als Grundlage für die weitere Bearbeitung der Thematik innerhalb der AGs.

Das ausführliche Programm finden Sie als PDF hier zum Download.

Anmeldung zum Impulsworkshop am 28. Juni 2022

Der Impulsworkshop richtet sich nur an Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen des Bundesforums Familie.