Empowerment durch Unterstützungsstrukturen (2022-2023)

Zugänge schaffen und Familien stärken

Die Unterstützungsstrukturen für Familien wurden im Neunten Familienbericht umfassend thematisiert. Hintergrund ist dort die als zunehmend herausfordernd empfundene Elternschaft, die Eltern vielfach unter Druck setzt und Bildungsungleichheiten zu verstärken droht. So ist eine stärkere Unterstützung von Eltern bei der Erziehungs- und Bildungsarbeit eine zentrale Handlungsempfehlung des Berichts.

Dies ist auch notwendig, weil für Familien in Deutschland die Zugänge zu Ressourcen insgesamt ungerecht verteilt sind. Dies gilt beispielsweise für die Teilhabe an Bildung, Wohnraum, Gesundheit etc. ebenso wie für den Zugang zu Unterstützungsmöglichkeiten in der Erziehungs- und Bildungsarbeit. In der Corona-Pandemie wurde einmal mehr deutlich, dass Familien mit niedrigen Einkommen keine gleichen Teilhabechancen haben. Es kommt daher wesentlich auf eine nachhaltige gerechtere Verteilung der materiellen und sozialen Ressourcen, aber auch auf die Schaffung von barrierearmen Zugängen zu Unterstützungsangeboten für belastete Familien an.

Wie werden Eltern in die Lage versetzt, Unterstützungsmöglichkeiten zu kennen und in Anspruch zu nehmen? Wie werden Akteur*innen in Bildungs- und Betreuungsinstitutionen in die Lage versetzt, die Potenziale und Unterstützungsbedarfe von Eltern zu kennen und sie bei der Erziehung ihrer Kinder auf Augenhöhe zu unterstützen? Welche Rolle könnte dabei auch eine zunehmende Digitalisierung der Unterstützungsstrukturen spielen? Eine Möglichkeit für die Bearbeitung im Bundesforum Familie wäre, entlang der Bildungs- und Präventionsketten im Lebensverlauf von Kindern zu erarbeiten, wie Eltern in den verschiedenen Alters- bzw. Lebensphasen ihrer Kinder effektiv unterstützt werden können.