Netzwerktreffen des Bundesforums Familie am 17. Oktober 2023

17. Oktober 2023 | 10:30–16:00 | Centre Monbijou Berlin

Die diesjährige Netzwerktagung des Bundesforum Familie kombiniert Reflexion und Ausblick. Am Vormittag wird die aktuelle Themenperiode sowohl rekapituliert als auch inhaltlich abgerundet. Im zweiten Teil am Nachmittag wollen wir uns der neuen Schwerpunktsetzung für 2024/25 widmen.

Vormittag: Abschluss der Themenperiode 2022/23

Zwei Jahre hat sich das Bundesforum Familie mit dem Thema „Unterstützungsstrukturen für Familien“ beschäftigt. Dabei wurden unter anderem die Bundes-, Landes- und die kommunale Ebene berücksichtigt und die ökonomischen, strukturellen und sozialen Perspektiven beleuchtet. Die Themenperiode zeigte die Bedeutung einer flächendeckenden, partizipativen und verbindlichen Angebotsstruktur für Familien – dazu gehören Familienzentren genauso wie Beratungsstellen und Angebote der Familienbildung. Als ein zentrales Element wurde die Stärke von Heterogenität gesehen – sowohl bei der Arbeit mit Familien, als auch innerhalb der Strukturen. Dies braucht jedoch viel Aufmerksamkeit sowie finanzielle und personelle Zuwendung. Dass es trotz des langfristigen gesellschaftlichen Vorteils gerade die Finanzierung der präventiven Maßnahmen sind, bei denen allzuoft eingespart wird, ist eine zentrale Diagnose der Themenperiode. Zum Abschluss der Themenperiode soll daher weiter intensiviert und diskutiert werden, wie und mit welchen Argumenten in Zeiten knapper Haushaltskassen präventive Unterstützungsleistungen für Familien gesichert werden können.

Als Diskussionsimpuls wird Dr. Wido Geis-Thöne (Institut der Deutschen Wirtschaft, Köln) aus volkswirtschaftlicher Perspektive einen Blick auf Prävention in der Familienunterstützung werfen. Zudem wird Marianne Burkert-Eulitz (Sprecherin für Familie und Bildung der Grünen in der Berliner Abgeordnetenhausfraktion) sowohl darüber sprechen, wie Haushaltsentscheidungen in der Praxis getroffen werden, als auch darüber, wie sich die fehlenden Mittel in einem Bezirk konkret kurz- und langfristig auswirken. Anschließend wird einer gemeinsamen Diskussion Raum gegeben.

Nachmittag: Wahl des neuen Themas für den Zeitraum 2024/25

Am Nachmittag wird entschieden, welches neue Thema das Bundesforum in den nächsten zwei Jahren begleiten wird. Hier werden wir, wie in den vergangenen Jahren, an vier Themenwänden über die vom Beirat aus den eingereichten Vorschlägen vorsortierten Themenbereiche diskutieren und im Anschluss darüber entscheiden.

Die Teilnahme ist Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen vorbehalten. Die Teilnahme ist kostenlos. Klicken Sie hier für Informationen zur Anfahrt.

Ablauf

10:30  Ankommen und Begrüßungskaffee
11:00 Begrüßung, Organisatorische und inhaltliche Einleitung
11:15 Abschluss der Themenperiode 2022/23
Diskussionsimpuls I: Volkswirtschaftlicher Blick
Referent: Dr. Wido Geis-Thöne
(Institut der deutschen Wirtschaft, Köln)
Diskussionsimpuls II: Blick aus der politischen Praxis
Referentin: Marianne Burkert-Eulitz
(Sprecherin für Familie und Bildung der Grünen in der Berliner Abgeordnetenhausfraktion)
Abschlussdiskussion: „There is no glory in prevention?”
12:45 Mittagsimbiss 
13:45 Wahl des thematischen Schwerpunkts für die Themenperiode 2024/2025
Vorstellung der Vorschläge
Kleingruppendiskussionen an vier Themenwänden, 4 Runden à 15 min
15:15 Kaffeepause
15:30 Abstimmung
15:45  Verkündung des neuen Themenschwerpunkts, Impulsrunde & Ausblick
16:00  Ende der Veranstaltung

Anmeldung

Bitte melden Sie sich bis zum 09. Oktober 2023 an.

Impulsworkshop am 28. Februar 2023: „Wenn die Familien wüssten, was wir in unseren Projektanträgen über sie schreiben, würden sie nicht mehr kommen“

Berlin, 20.03.2023 | Sprache in der sozialen Arbeit mit Familien – darüber wurde in einem Impulsworkshop des Bundesforums Familie am 28. Februar gesprochen. Er schloss sich an das Fachforum „Ansprache & Werthaltungen in der Familienunterstützung“ vom 20. Oktober 2022 an. Welche Wirkung kann Sprache haben und wie kann die Arbeit mit und für Familien durch eine sensible Sprache erleichtert werden? Hierzu diskutierten knapp 40 Teilnehmende online mit dem Referenten Prof. Dr. Christian Philipp Nixdorf.

Zu den Teilnehmenden zählten neben Vertreter*innen aus den Mitgliedsorganisationen des Bundesforums Familie auch Studierende und Kolleg*innen von Christian Nixdorf. Nach der Begrüßung vergegenwärtigte Projektkoordinatorin Elena Gußmann den Ursprung der Idee zu diesem Workshop.

Einleitung: Sprache im Fokus

Der Impulsworkshop sei eine Ergänzung zum Fachforum Ansprache & Werthaltungen am 20. Oktober 2022, so Elena Gußmann. Hier war das Thema Sprache kaum thematisiert worden – zumindest nicht systematisch. Punktuell wurde das Thema jedoch gestreift: So habe die Referentin Elizaveta Khan vom Integrations-Haus Köln betont, dass ihr Team den Begriff „Integration“‘ zwar ablehnen würde, ihn aber dennoch zur Ansprache ihrer Zielgruppe verwendete. Der Effekt dieses Signalwortes „Integrationdas ist was für uns, hier werden wir gemeint, da gehen wir hin“ sei hier in der Abwägung wichtiger als die korrekte Bezeichnung dessen, was in dieser Einrichtung gelebt werde. Ebenso berichtete Elizaveta Khan von einem täglichen sprachlichen „Spagat“: Sie müssten in Berichten und Anträgen die Klient*innen als defizitär darstellen, weil für die Behebung akuter Missstände eher Gelder flössen als für Präventivangebote. Aus diesem „2-Sprachen“ bzw. „2-Adressat*innen-System“ stamme der zugegebenermaßen etwas lange Titel dieser Veranstaltung, in der die Sprache im Zentrum stehe.

Impulsvortrag: Sprache und deren Wirkung im Sozialwesen

Der Workshop begann mit einem Impulsvortrag von Christian Nixdorf. Als Sozialwissenschaftler, Organisationspädagoge und Sozialarbeiter unterrichtet er als Professor für Soziale Arbeit und Integrationsmanagement an der Hochschule der Wirtschaft für Management in Mannheim. Er ist Autor des Buches „Sprachverwendung im Jobcenter – Wenn Kunden keine Kunden sind“ (2020). Für einen Kommentar war Sandra Clauß vom Landesjugendamt Rheinland und dem Beirat des Bundesforums Familie eingeladen, bedauerlicherweise konnte sie jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen.

Der Titel des Vortrags von Christian Nixdorf lautete „Sprache und deren Wirkung im Sozialwesen“. Christian Nixdorf stellte zu Beginn die These auf, dass der Sprache im Sozialwesen eine herausragende Bedeutung zukomme. Sozialarbeitende seien darauf angewiesen, dass Klient*in­nen bereit sind, mit ihnen zu sprechen. Diese Bereitschaft werde durch die Art beeinflusst, wie mit und über Klient*innen gesprochen wird. Kleine Unterschiede im Formulieren könnten große Wirkung haben – im Positiven wie im Negativen.

Sozial schwach: Unwort oder nicht?

Christian Nixdorf stellte Aussagen aus dem Bereich der sozialen Arbeit zum Ausdruck „sozial schwach“ vor (s. Präsentation, Folie 5) und fragte die Teilnehmenden: Wie verstehen Sie diesen Ausdruck „sozial Schwache“? Die Teilnehmenden antworteten:

  • „Menschen mit wenig sozialer Kompetenz und Empathie“
  • „Menschen mit wenig Empowerment, die kommen mit ihrem Leben nicht klar, brauchen Hilfe; aber besser wäre es, Elon Musk als sozial schwach zu bezeichnen“
  • „Menschen, die nicht sozial kompetent sind und andere ausgrenzen“
  • „Menschen, die sich nicht sozial verhalten.“

Christian Nixdorf bestätigte diese Assoziationen, die auftreten, wenn insbesondere in den Medien Arme als „sozial Schwache“ bezeichnet würden. In der Soziologie jedoch sei der Begriff nicht abwertend, sondern neutral beschreibend gemeint. In der Netzwerkforschung beziehe sich soziale Schwäche nicht auf individuelles (Fehl)verhalten, sondern auf das Fehlen von Strukturen und Kontakten, mit denen man Interessen durchsetzen oder Gehör finden kann. Arme hätten genauso wie andere Menschen starke soziale Beziehungen in ihrem nahen Umfeld (Familie, Freundschaften), aber weniger an schwachen sozialen Beziehungen und losen Kontakten zu Personen, die ihnen bei der beruflichen Entwicklung oder anderen Herausforderungen hilfreich sein können (Anwält*innen, Universitätsangehörige, Führungskräfte usw.). Arme oder in diesem Sinne sozial schwache Menschen seien strukturell benachteiligt.

Die Rahmung unserer Worte macht den Unterschied

Christian Nixdorf nannte weitere Beispiele für Ausdrücke und Formulierungen, die je nach fachlichem Hintergrund oder Milieu unterschiedlich aufgefasst würden. Auf die divergenten Verständnisse von sprachlichen Ausdrücken zu achten, sei im Sozialwesen sehr wichtig, so Nixdorf, weil das Sozialwesen oft mit Menschen zu tun habe, die Abwertung erfahren oder psychisch krank sind. Sie seien daher in besonderem Maße auf Sprache sensibilisiert. Es mache z. B. einen Unterschied, ob man sagt „Frau S. ist hilflos“ oder „Frau S. benötigt viel Unterstützung.“ Der Ausdruck „Systemsprenger“ wecke Zerstörungsassoziationen, wo eher Hilfeassoziationen angebracht wären.

Warum Worte im Sozialwesen so wichtig sind. Folie.

Die Herausforderung hierbei bestehe darin, dass das Reden von einer Normalität nötig ist, um einen Vergleichsmaßstab zu haben – das impliziere aber auch, dass das, was dieser Normalität nicht entspricht, anormal (und behandlungsbedürftig) sei. Probleme sollten benannt werden, aber um negative Assoziationen insbesondere bei den Klient*innen zu vermeiden, sollte auf die Rahmung oder Einbettung (engl. Framing) geachtet werden.

Framing/Rahmung „bezeichnet den Effekt, dass ein und dieselbe inhaltliche Information vom Empfänger unterschiedlich aufgenommen wird, je nachdem, wie sie (z. B. positiv oder negativ) formuliert oder (mit unterschiedlichen Begleitinformationen) verknüpft wird.“ (Schubert & Klein 2020)

Beispiel: Soziales Netz oder soziale Hängematte? Bei „soziales Netz“ sei das Framing Absicherung, die Wirkung Neutralität oder Zufriedenheit. Bei „soziale Hängematte“ hingegen sei das Framing Ausnutzung, und die Reaktion Wut über die „Sozialschmarotzer*innen“.

Christian Nixdorf führte diverse Begrifflichkeiten an, die Handlungsweisen und Überzeugungen professioneller Sozialer Arbeit beschreiben, wie Lebensweltorientierung, Ressourcenorientierung, Empowerment, etc. Diese Begriffe seien positiv besetzt und würden die Fähigkeiten der Klient*innen betonen. In der Praxis spräche man in der Sozialen Arbeit aber oft negativ über Klient*innen – das sei jedoch keine Anklage, denn es gebe Gründe dafür, z. B. Anreize bei der Antragstellung.

Fazit: Sprachsensibilität erleichtert die Arbeit

Sozialpädagogisch angemessen sei es, achtsam zu reflektieren, was trotz der Probleme noch alles möglich wäre – und das sprachlich abzubilden. Sprachsensibilität bedeute nicht Selbstzensur. Der Vorwurf der Sprachpolizei verkenne, dass es etwas mit Wertschätzung zu tun habe, wie gesprochen wird. Sprachsensibel vorzugehen sei gerade im Sozialwesen hilfreich, weil viele Klient*innen sie in ihrem Leben sonst oft eher selten erfahren. Eine sprachsensible Rahmung bedeute keinesfalls, alles durch die rosarote Brille zu sehen und Probleme schönzureden oder zu leugnen. Aber eine wirksame Unterstützung sei kaum möglich, wenn unsere Sprache zu sehr problemgeprägt sei. Klient*innen helfe eine lösungsorientierte Rahmung, da diese Machbarkeitsassoziationen wecke.

Diskussion: Menschenrechte der Kund*innen

Im Anschluss diskutierte die Runde zunächst, ob der Ausdruck „Kund*in“ für Unterstützungsnehmer*innen adäquat sei. Diese benenne die Menschen richtig als als Inanspruchnehmer*innen von Leistungen. Christian Nixdorf wies darauf hin, dass die „Kund*innen“ nur leider die Leistung oft nicht ablehnen dürften und dieser Umstand in dem Begriff nicht abgebildet werde. Eine andere Teilnehmerin hielt den Ausdruck „Kunde/Kundin“ für schwierig, „Ratsuchende“ sei besser geeignet als „Klient*innen“. Auch von „ALG II“ statt von „Hartz IV“ zu sprechen, mache etwas mit den Menschen.

Wie lassen sich nicht nur Fachkräfte, sondern auch große Träger für diese sprachlich wirkmächtigen Feinheiten sensibilisieren? Christian Nixdorf schlug vor, mit gutem Beispiel voranzugehen und in Briefen und Gesprächen auf eine sensible Sprache hinzuweisen. In seiner Zeit im Jobcenter habe er Briefe an die Leitung geschrieben und damit eine Änderung der Begriffe in offiziellen Schreiben erwirkt. Elena Gußmann fragte, ob es einen Code of Conduct oder Leitfaden gebe, der zu empfehlen sei. Christian Nixdorf nannte den Sprachleitfaden der Bundesagentur für Arbeit.

Fazit der Diskussion: an vielen Stellen intervenieren

Aus der Runde wurde auf das Problem hingewiesen, dass Alleinerziehende in der meist verwendeten Sprache oft kaum vorkämen, sie würden nicht mitgedacht. Hier müsse es eine Änderung geben, besonders in der Politik. Eine angemessene Sprache müsse als Menschenrecht gelten. Vorgeschlagen wurde, dass die Runde einen Brief an die Politik und die Medien für mehr Selbstreflektivität in der Sprache im Sozialwesen formulieren solle. Die Soziale Arbeit müsse sich ebenfalls verändern, das wäre eher intern zu bewerkstelligen. Christian Nixdorf teilte die Einschätzung, dass hierin eine große Chance läge – es sei auch die Verantwortung der Verbände. Man müsse selbst – da, wo man ist – aktiv werden und nicht auf die Aktivität von Anderen warten.

Download: Prof. Dr. Christian Philipp Nixdorf: „Sprache und deren Wirkung im Sozialwesen“ (Präsentation, 28.02.2023)

Testbeitrag

Kategorien

16. Mai 2023, Berlin: Fachforum „Familienunterstützung finanzieren: Rahmenbedingungen, Umsetzungen, Ziele“

Fachforum des Bundesforum Familie
10:30-16:00 | Festsaal der Berliner Stadtmission

 

Inhalt

„Ohne Moos nix los“ – das Problem ist alles andere als neu. Auch der 9. Familienbericht bestätigt noch einmal, dass verbindliche Förderung und Ausstattung mit finanziellen und personellen Ressourcen maßgeblich für gelingende Familienunterstützung ist. In Zeiten knapper Kassen, multipler Krisen und Fachkräftemangel bei gleichzeitig wachsendem Anspruch wird diese Thematik noch präsenter und drängender.

Doch es ist nicht nur eine Frage der Quantität, die uns beschäftigen sollte. Verteilungsfragen, länderspezifische Ausgestaltungen und verwaltungstechnische Abläufe bestimmen, wohin das Geld fließt und welche Personengruppen am Ende davon profitieren. Finanzierungsstrukturen müssen auf die jeweiligen sehr unterschiedlichen Bedarfslagen von Familien reagieren und kommunale Gegebenheiten integrieren – es gibt keine perfekte Einheitslösung für alle. Wie können bei unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort passende Lösungen für eine verbindliche Förderung von flächendeckenden und wirksamen Angebotsstrukturen gefunden werden? Unabhängig von den unterschiedlichen Umsetzungen: Welche Steuerungsmöglichkeiten und Ansätze sind länderübergreifend relevant?

Ziel

Ziel des Fachforums soll es nicht sein, festzustellen, dass es im Bereich der Familienunterstützung an Geld und Ressourcen fehlt. Dies ist vielmehr die Ausgangslage der Veranstaltung. Ziel ist erstens, zu identifizieren, wohin politische, juristische, organisatorische Energie und Aufmerksamkeit fließen muss, damit familienunterstützende Strukturen finanziell und personell jetzt und in Zukunft gut ausgestattet werden. Dafür sollen am Vormittag aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu kommunalen Finanzen und Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe und unterschiedliche Umsetzungsansätze des §16 SGB VIII in den Ländern kennengelernt und diskutiert werden. Ziel ist zweitens, am Nachmittag die Perspektive zu wechseln und über diese Ansätze hinaus zu denken. Dabei sollen durch verschiedene Diskussionsformate konkrete Ideen für verbessernde Vorstöße auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene entwickelt werden.

Programm

10:30 Ankommen und Begrüßungskaffee

11:00 Einführung durch die Geschäftsstelle

THEMENBLOCK I: Rahmenbedingungen & Finanzierungsmodelle

11:15 Input: Dr. Till Nikolka (DJI)
„Kommunale Finanzen und Angebote der Kinder- und Jugendhilfe“

12:10 Input & Diskussion: SGB VIII – Wahlmöglichkeit und Umsetzungspflicht

      • Gesetzlicher Rahmen: SGB VIII §16
        Dr. Laura Castiglioni | DJI
      • Umsetzungsbeispiel 1: Thüringen – „Familienförderungssicherungsgesetz“
        Dr. Stefanie Hammer | Referentin Familien- und Seniorenpolitik, TMASGFF
      • Umsetzungsbeispiel 2: NRW – „Kein Kind zurücklassen!“
        Christina Wieda | Universtität Speyer / Bertelsmann Stiftung

13:10 Mittagsimbiss

THEMENBLOCK II: Ziele und konkrete Schritte

14:00 Input: Christina Wieda | Universtität Speyer / Bertelsmann Stiftung
„Von der Familie aus denken: Kommunales Handeln vor dem Hintergrund der Kooperationsgesetze im Sozialgesetzbuch (SGB)“

14:30 Diskussion im World-Café: Konkrete Schritte & Handlungsempfehlungen

15:45 Abschlussrunde im großen Plenum

16:00 Ende der Veranstaltung

 

Anmeldung

Bitte melden Sie sich zur Veranstaltung bis an. Die Anmeldung ist bis zum 09.05.2023 möglich. Sie bekommen eine Bestätigung per Mail. Wenden Sie sich gerne bei Fragen an uns.

14. März 2023, online: Fachforum „Familienunterstützung verzahnen, verknüpfen, entsäulen: Potenziale und Ansätze aus der Familienbildung“

Online-Fachforum des Bundesforum Familie
14. März 2023 | 10:30-15:15 | Online via Zoom

Inhalt
Familienunterstützende Strukturen leisten viel, ihre Potenziale scheinen jedoch lange nicht ausgeschöpft. Ein zentraler Ansatzpunkt ist eine bessere Strukturierung. Insbesondere wird eine zu starke Versäulung als Hindernis für eine wirksame Familienunterstützung erkannt. Unter anderem fehlende Informationsflüsse und Vakanzen an koordinativen Positionen sorgen dafür, dass Unterstützungsstrukturen oft mehr nebeneinander-, statt ineinandergreifen. Häufige Folge: Angebotslücken, Angebotsdopplungen, Familien oder Familienmitglieder fallen „durchs Netz“ oder werden gar nicht erst erreicht. Alters- oder Zuständigkeitsgrenzen beenden existierende Unterstützungsbeziehungen abrupt.

Strukturen sind fast immer gewachsene Strukturen. Eine wichtige Rolle spielt die Familienbildung, die von Beginn an stets auf neue gesellschaftliche Herausforderungen reagiert und damit strukturelle Lücken in der Familienunterstützung auffängt. Durch ihre „Doppelrolle“ zwischen Jugendhilfe und Erwachsenenbildung bleibt ihre Zielsetzung (Bildung, Prävention, Partizipation) oft uneindeutig. Genau diese Mehrfachfunktion kann jedoch auch Chance für eine bessere Vernetzung sein, die auf das gesamte familienunterstützende System ausstrahlt.

Ziel
Das Fachforum will die Potenziale im Bereich der Familienbildung thematisieren und diskutieren, welche Akteure aktiviert und welche organisatorischen/kommunikativen/politischen Stellschrauben gedreht werden müssen, um einem wachsenden Anspruch an die Unterstützung gerecht zu werden. Die Diskussion zielt über den Tellerrand der Familienbildung hinaus: Inwiefern können positive Effekte einer besser koordinierten Familienbildung für die Familienunterstützung als Ganzes genutzt werden? Sind Praktiken der Familienbildung überhaupt auf andere Bereiche übertragbar?

Aufbau
Themenblock 1 | INPUT: „Neue Anforderungen an Familienbildung“
Impulsvortrag von Prof. Dr. Ute Müller-Giebeler (TH Köln, Co-Herausgeberin „Familienbildung – Praxisbezogene, empirische und theoretische Perspektiven“ (2002) und Verantwortliche für den Abschlussbericht zur Evaluation der familienpolitischen Leistungen in NRW), anschließend Q&A und Diskussion.

Themenblock 2 | AUSTAUSCH: „Unausgeschöpfte Potenziale“
In zwei aufeinanderfolgenden Kleingruppenphasen können sich die Teilnehmenden in moderierten Breakout-Rooms mit jeweils zwei der folgenden Aspekte vertiefend beschäftigen: Netzwerkarbeit auf kommunaler Ebene, gesetzliche Ausgestaltung, heterogene Personalstruktur, heterogene Finanzierungs- und Verwaltungsstrukturen, Digitalisierung, Gender.

Ablauf

10:15 Ankommen im digitalen Raum
10:30 Eröffnung und Begrüßung
THEMENBLOCK 1 | „Neue Anforderungen an Familienbildung“
10:45 Impulsvortrag Prof. Dr. Ute Müller-Giebeler
11:15 Verständnisfragen und Diskussion
11:50 Ergebnissicherungs-Phase
12:00 Mittagspause
THEMENBLOCK 2 | „Unausgeschöpfte Potenziale“
13:00 Einleitung
13:10 Arbeitsphase in Kleinguppen | Slot 1
13:35 Arbeitsphase in Kleinguppen / Gruppenwechsel | Slot 2
14:05 Rekapitulation: Stimmen aus den Kleingruppen
14:30 Abschlussdiksussion „Über den Tellerrand“
15:00 Ausblick
15:15 Ende der Veranstaltung

Anmeldung
Bitte melden Sie sich zur Veranstaltung bis an. Die Anmeldung ist bis zum 09. März 2023 möglich. Sie bekommen eine Bestätigung per Mail. Die Einwahldaten werden ebenfalls per Mail kurz vor der Veranstaltung allen angemeldeten Teilnehmer*innen zugesendet. Die Veranstaltung richtet sich an alle Mitglieder des Bundesforum Familie.

28. Februar 2023, online: Impulsworkshop „Wenn die Familien wüssten, was wir in unseren Projektanträgen über sie schreiben, würden sie nicht mehr kommen.“

Ein selbstreflexiver Blick auf den Sprachgebrauch in Unterstützungsstrukturen
28. Februar 2023 | 11:00-12:15 | online via zoom


Kontext

Wie über Personen und Kontexte gesprochen wird, ist keine Nebensache. Sprache bildet Werthaltungen ab, reproduziert Verhältnisse, Ausschlüsse und Stigmatisierungen und formt Erwartungen, Normen und Ideale. Dies kann subtil oder brutal, unbeabsichtigt oder ganz bewusst geschehen. Im Rahmen der aktuellen Themenperiode „Unterstützungsstrukturen für Familien – Wege zu wirksamen Angeboten“ soll daher der Zusammenhang von Sprache, Ansprache und gelingender Unterstützung genauer betrachtet werden. Die Veranstaltung antwortet damit auf Fragen, die in den Diskussionen des Fachforums „Ansprache und Werthaltungen in der Familienunterstützung“ am 20. Oktober 2022 identifiziert wurden.

Leitfragen

  • Wie kann vermieden werden, dass über Familien („Antrags-Prosa“, „Beantragungssprache“) anders gesprochen wird als mit Familien (wertschätzende Ansprache)?
  • Wie können Übersetzungsbedarfe zwischen unterschiedlichen Sprachen (Verwaltungssprache, juristische Sprache, Alltagssprache, etc.) reflektiert und ein Raum für diese Reflexion strukturell verankert werden?
  • Welche Ansätze gibt es, Unterstützung in Problemlagen anzubieten, ohne die Unterstützungsnehmenden zu problematisieren? („Das Problem ist strukturell“ statt „Die Familien sind problematisch“)

Der Impulsworkshop fokussiert auf die Kommunikation innerhalb der unterstützenden Strukturen und fragt, wie ein Bewusstsein für Sprache auf allen Ebenen geschaffen werden kann.

Input

Prof. Dr. Christian Philipp Nixdorf ist Sozialwissenschaftler, Organisationspädagoge, Sozialarbeiter und unterrichtet als Professor für Soziale Arbeit und Integrationsmanagement an der Hochschule der Wirtschaft für Management in Mannheim. Er ist Autor des Buches „Die Verwaltungssprache des Jobcenters – Semantik der Grundsicherungsarbeit“ (2020). Im Input wird am Beispiel der „sozialen Schwäche“ nicht nur dargelegt, warum bestimmte Begriffe, die täglich im Sozialwesen genutzt werden, problematisch sein können. Beleuchtet wird ebenfalls, wie die Herkunft der Begriffe und das jeweilige Framing zu unterschiedlichen Konnotationen führen kann. Wie kann ein professioneller, sprachsensibler Umgang mit den Widersprüchen gelingen?

Im Anschluss wird Sandra Clauß (Landesjugendamt Rheinland, Beirat Bundesforum Familie) den Input einordnend kommentieren und in eine offene Diskussion überleiten.

Ablauf des Workshops

11:00 Begrüßung und Einleitung: BFF Geschäftsstelle
11:10 Impuls: Prof. Dr. Christian Philipp Nixdorf
11:35 Kommentar: Sandra Clauß
11:45 Offene Diskussionsrunde
12:15 Abschluss

Anmeldung

Bitte melden Sie sich zur Veranstaltung bis an. Die Anmeldung ist bis zum 26.02.2023 möglich. Sie bekommen eine Bestätigung per Mail. Die Einwahldaten werden ebenfalls per Mail kurz vor der Veranstaltung allen angemeldeten Teilnehmer*innen zugesendet. Die Veranstaltung richtet sich an alle Mitglieder des Bundesforum Familie sowie die Studierenden von Prof. Dr. Christian Philipp Nixdorf.

09. November 2023, Berlin: „Verteilungsfragen in Krisenzeiten – Soziale Spaltung bekämpfen, Transformation gerecht gestalten“ Konferenz des DGB und der Hans-Böckler-Stiftung

Verteilungskonferenz im Berliner Spreespeicher, 09:30-18:00.

Wirtschaft und Gesellschaft kommen nicht aus dem Krisenmodus: Corona, Energiekrise, Inflation und die näher rückende Bedrohung durch den Klimawandel treffen die Menschen hart. Die Krisenlasten sind dabei keineswegs gerecht verteilt. Soziale und wirtschaftliche Ungleichheit nehmen zu.

  • Wer ist am stärksten von den multiplen Krisen betroffen und wie können wir sozialen Verwerfungen entgegenwirken?
  • Wie können wir die sozial-ökologische Transformation erfolgreich bewältigen und dabei gerecht gestalten?
  • Welche Antworten liefert die Politik und wie sind diese zu bewerten?

Diese und andere Fragen möchten die Hans-Böckler-Stiftung und der Deutsche Gewerkschaftsbund mit Gästen aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik auf einer verteilungspolitischen Konferenz diskutieren.

Mehr Informationen, das vollständige Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Website der Hans-Böckler-Stiftung.

03. November 2023, Frankfurt a.M.: „Ist das noch fair?“ Fachtagung des Paritätischen Bildungswerks

„Ist das noch fair?“
Politische und Ethische Grundhaltungen in der Eltern- und Familienbildung

Das Paitätische Bildungswerk Bundesverband widmet die diesjährige Fachtagung zur Eltern- und Familienbildung dem Thema Politischer und Ethischer Grundhaltungen. Dabei stellt sich die Frage: Wie können Familien dabei begleitet werden, die Herausforderungen zu bewältigen, die mit der aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage verknüpft sind?

Dr*in phil. Anja Kerle wird mit einem Impulsvortrag zum Thema „Armutssensible Arbeit“ in den Tag starten. Dr*in phil. Anja Kerle ist Hochschullehrende in der Sozialen Arbeit an der FH Vorarlberg. Im Rahmen der Dissertationsstudie „Armut im Blick“ beschäftigte sich Anja Kerle mit Armut und Klassismus im Kontext von Early Excellence Einrichtungen.

Im Anschluss erwarten Sie verschiedene Thementische für den kollegialen Austausch. Der Nachmittag wird mit Workshops gestaltet, die unterschiedliche Akteur*innen aus der Praxis mit ihren fachlichen Inputs bereichern. Gemeinsam mit den Referierenden arbeiten Sie zu den Themen „Haltung in der Praxis, Teilhabe, Empowerment und Vernetzung“ auf Basis unterschiedlicher Praxisfelder. Folgende Verbände bieten einen Workshop an:

Veranstaltungsort: Ökohaus Frankfurt am Main
Teilnahmebeitrag: EUR 75, 

Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Website des Paritätischen Bildungswerks.

18. Oktober 2023, online: „Aufwachsen in Krisenzeiten“, Fachveranstaltung der AGJ

Wie die psychische Gesundheit junger Menschen gestärkt werden kann – Ansätze von der EU bis zur lokalen Ebene

Nicht zuletzt durch das Zusammenkommen vieler Krisen – Klimawandel, Corona-Pandemie, Krieg in der Ukraine – ist das psychische Wohlbefinden vieler Menschen belastet. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, die u. a. von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen waren bzw. sind. Dabei bedeuten psychische Belastungen nicht zwingend eine diagnostizierte psychische Erkrankung. Vielmehr leidet eine steigende Zahl junger Menschen unter Einsamkeit, Unsicherheit mit Blick auf die Zukunft und durch Furcht und Verlust hervorgerufene Sorgen- oder gar Angstzustände.

Es steht zu befürchten, dass sich die Situation infolge gesellschaftlicher, politischer und ökologischer Veränderungen in Zukunft weiter verschärft. Vor diesem Hintergrund hatte die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen im September 2022 in ihrer Rede zur Lage der Union eine neue Initiative zu psychischer Gesundheit gefordert, die schließlich am 07. Juni 2023 vorgestellt wurde.

Doch was genau enthält diese Initiative der Europäischen Kommission und welche Probleme werden adressiert? Werden Kinder und Jugendliche explizit mitgedacht? Und wie kann, mit einem Blick auf die deutsche Kinder- und Jugendhilfelandschaft, das Thema in der Praxis behandelt werden? Wie gehen Fachkräfte mit psychischen Belastungen bei jungen Menschen um, wie ist die Infrastruktur ausgestaltet und welche praktischen Lösungsansätze gibt es? Diese und weitere Fragen sollen in einer Online-Veranstaltung am 18. Oktober 2023 von 9 bis 12 Uhr beantwortet werden, zu der die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ herzlich einlädt.

Die Anmeldung wird ab Anfang September 2023 auf der Website der AGJ möglich sein.

20-22. September 2023, Rendsburg: „Eiskalt erwischt?! Nicht mit uns! Klimapolitik für und mit Familien“ Jahrestagung der eaf

Die evangelische arbeitsgemeinschaft familie lädt zur Jahrestagung und Mitgliederversammlung:

„Dass das weltweite Klima sich ändert, ist für uns alle bereits deutlich spürbar. Damit einher geht bei den meisten die Einsicht, dass Klimaschutz und eine sozialökologische Transformation unserer Gesellschaft unbedingt notwendig sind. Jedoch erleben viele die Anforderungen und Änderungen im Alltag der Menschen als eine umfassende Krise, die sie belastet.

Fakt ist, dass Familien durch die unmittelbaren Auswirkungen des Klimawandels wie auch durch klimapolitische Maßnahmen vor große Herausforderungen gestellt werden. Gleichzeitig sind sie aktive Gestalterinnen des Transformationsprozesses zur Bewältigung der Klimakrise und ihrer Folgen und haben eine wichtige Rolle beim Erlernen und Weitergeben klimagesunden Verhaltens.

Als evangelischer Familienverband fragen wir uns, wie die Menschen die Bedrohungen und Herausforderungen durch die Klimakrise wahrnehmen. Welche Auswirkungen haben klimapolitische Maßnahmen auf den ganz konkreten Alltag in Familien? Und was brauchen Familien, um damit gut umgehen zu können?

Wir laden Sie herzlich ein, auf unserer diesjährigen Fachtagung gemeinsam mit uns und mit Expert:innen aus Forschung, Kirche und Diakonie nach Lösungen zu suchen, wie Familien in der Krise gut begleitet werden können.“

 

Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Website der evangelischen arbeitsgemeinschaft familie. Anmeldeschluss ist der 31. Juli 2023.

4./5. September 2023, Hannover: „Hybride Familien? Familienbildung und -beratung digital“ Veranstaltung des Deutschen Vereins

Digitale Angebote sind aus der Familienbildung und -beratung nicht mehr wegzudenken und werden spätestens seit der Corona-Pandemie verstärkt nachgefragt. Auch die Ergebnisse der Erhebung im Auftrag des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Stand der Familienberatung in Deutschland verweisen auf die Notwendigkeit, diese Angebote auszubauen und auf die Chan-cen die damit verbunden sind, möglichst viele Familien zu erreichen. Der Deutsche Verein möchte auf einer Fachtagung verschiedene best practice Beispiele vorstellen und gemeinsam mit Fach- und Führungskräften aus den Bereichen Familienförderung, Familienbildung und Familienberatung über die Herausforderungen und Chancen solcher Angebote diskutieren.

Datum: 04.09.2023, 14:00 Uhr bis 05.09.2023, 13:00 Uhr
Zielgruppe: Fach- und Führungskräfte der Familienbildung und Familienberatung, Fachverbände, Wissenschaft.
Veranstaltungsgröße:Max. 70 Personen

Anmeldung bitte bis: 04.07.2023

Mehr Informationen zu Veranstaltungsgebühren und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Website des Deutschen Vereins.

Impulsworkshop am 28. Juni 2022: „Empowerment als Leit- & Zielperspektive in der Familienunterstützung“

Berlin, 28.06.2022 | Das Bundesforum Familie hat sich für die Themenperiode 2022/23 die Frage zum Ziel gesetzt: Wie können Familien nicht nur gut betreut oder versorgt, sondern nachhaltig gestärkt und befähigt werden? Welche Haltungen, Strukturen und Ressourcen werden dafür in den Angeboten der Familienunterstützung benötigt? In diesem Zusammenhang ist häufig von „Empowerment“ die Rede. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Zu dieser Frage diskutierten über 50 Teilnehmende aus den Mitgliedsorganisationen des Bundesforums Familie mit der Referentin Yasmine Chehata.

Bei der Kick-Off-Veranstaltung am 22. März 2022 war bereits eine erste Strukturierung der aktuellen Themenperiode erarbeitet worden. Der Beirat hatte in diesem Zusammenhang angeregt, dass für die nachfolgende Bearbeitung ein gemeinsamer Austausch zum Empowerment-Begriff grundlegend und zielführend sei. Dementsprechend lud die Geschäftsstelle die Mitgliedsorganisationen des Bundesforums Familie zu einem Impulsworkshop am 28. Juni 2022 mit Yasmine Chehata (TH Köln, Herausgeberin des Sammelbandes „Empowerment und Powersharing“ [2020]) ein.

Was ist Empowerment (nicht)?

Yasmine Chehata startete ihren Impulsvortag mit der Betonung ihrer Perspektive: Sie beziehe sich vor allem auf rassismuskritische Diskurse. Aus dieser Sicht ergebe sich die Notwendigkeit, auf die ursprüngliche Intention des Konzepts aufmerksam zu machen, wenn der Empowerment-Begriff übernommen werde. So sei das planmäßige Einwirken auf Andere kein Empowerment im eigentlichen Sinne. Empowerment sei weder eine vermittelbare Kompetenz noch ein in Methode umsetzbares Wissen. Aus ihrer Sicht sei es eine Verwechslung, Empowerment als Instrument zu verstehen, um Menschen in den bestehenden Verhältnissen anzuleiten und damit zu stärken. Stattdessen bezeichne der Empowerment-Ansatz, dass Menschen sich selbst stärkten, um bestehende Verhältnisse zu verändern. Dementsprechend verkenne die Nutzung des Empowerment-Begriffs durch z.B. staatlich institutionalisierte und/oder professionalisierte Akteure diese Idee von Selbstermächtigung und angestrebter struktureller Veränderung.

Yasmine Chehata betonte die Ursprünge des Begriffs in der Schwarzen Bürger*innenrechtsbewegung. Zwar habe sich seitdem der Begriff in seiner Nutzung und Ausprägung stark verändert, die Zielrichtung sei aus ihrer Sicht jedoch nach wie vor eine Veränderung der gesellschaftlichen sozialen und ökonomischen Verhältnisse. Dies sei unmittelbar verbunden mit Konfliktivität. Empowerment, so Chehata, sei daher kein friedliches Konzept. Es gehe nicht um individuelles Bewältigen von Benachteiligungen, sondern um kollektive Öffnung und Aneignung von Berechtigungsräumen. Diesen Zielhorizont definiere eine minorisierte Community selbst. Inwieweit also Empowerment als Leit- und Zielperspektive in der Familienunterstützung durch professionelle und/oder institutionalisierte Akteure sinnvoll sei, sei mindestens fraglich. Es müsse hinterfragt werden, mit welcher Absicht hier der Empowerment-Begriff genutzt werde.

Powersharing und Handlungsmöglichkeiten professionalisierter staatlicher Akteure

Yasmine Chehata betonte, dass wenn Empowerment im ursprünglichen Verständnis genutzt würde, ein „Empowern“ von Anderen unmöglich wäre. Empowerment sei daher nicht die Aufgabe professionalisierter bzw. staatlicher Institutionen. Sie schlug als Kompromissformulierung vor, dass diese jedoch „empowermentorientiert“ handeln könnten. Dies bedeute, Empowermentpraktiken zu flankieren und durch Abgabe von Ressourcen, Macht und Raum Platz für Empowermentprozesse zu schaffen. Es gelte, auf diese Weise an langfristigen Veränderungen mitzuwirken oder diese zumindest nicht zu stören. In diesem Zusammenhang stellte Yasmine Chehata den Begriff des Powersharings vor. Damit würden Praktiken bezeichnet, die das Teilen von Zugängen, Möglichkeiten und Positionen anstrebten und so Macht von den privilegierten Institutionen auf die marginalisierten Gruppen umverteilten. Powersharing sei somit empowermentorientiertes Handeln, das strukturell privilegierte Akteure zu Verbündeten werden lasse. Yasmine Chehata schlug vor, das Erkennen von Veränderungserfordernissen und die Beschäftigung mit dem Eigenen in den Mittelpunkt im Rahmen der Themenperiode stattfindenden Reflexion zu stellen. Eine kritische Auseinandersetzung solle vor allem die eigenen Normalitäten hinterfragen anstatt die Werte der sogenannten „Anderen“. Statt also beispielsweise die Werte der Unterstützungsnehmenden zu hinterfragen gelte es, die Werthaltungen innerhalb der Unterstützungsstrukturen auf den kritischen Prüfstand zu stellen.

Behutsame Verstehensprozesse

In einem anschließenden Kommentar verwies Beiratsmitglied Prof. Dr. Paul Mecheril auf die unterschiedlichen Wissensebenen im Raum. So sei sowohl die akademische wie auch die lebensweltliche Ebene anwesend und Wissen und Erfahrungen dementsprechend unterschiedlich verteilt. Gerade daher sei es wichtig, behutsam und mit genügend Zeit über dieses Thema zu reden, um gemeinsam zu reflektieren und zu verstehen. Organisationen und Institutionen hätten verständlicherweise die Sehnsucht, ihre Arbeit als „gute“ Arbeit zu legitimieren. Diese Legitimation sei mit einem Empowerment-Ansatz, wie ihn Yasmine Chehata vorgestellt habe, nicht zu bekommen. In dem Sinne gebe es keine gute, d.h. „empowernde“ Institution in einem ungerechten System. Der Begriff Empowerment könne daher bestenfalls als Reflexionsinstrument dienen, um zu untersuchen, ob nicht auch unter der Überschrift „Empowerment“ strukturelle Benachteiligungen reproduziert würden. Diese Frage gelte es auszuhalten.

Diskussion

Die Impulse regten eine lebendige Diskussion unter den Teilnehmenden an. Grundtenor zahlreicher Wortmeldungen war ein gesteigertes Interesse an dem Ansatz des Powersharings, gleichsam wurde mehrfach auf die Problematik hingewiesen, dass der Input durch die akademische Sprache nur schwer zugänglich gewesen sei. Es bestehe großes Interesse an der Thematik in leichterer oder leichter Sprache für die Diskussionsteilnehmenden selbst, aber auch, um über die Veranstaltung hinaus möglichst viele Menschen auf dem Weg dieser Reflexion mitzunehmen.

Hervorgehoben wurde außerdem die Diversität der Organisationen im Bundesforum Familie. Hier seien sowohl sozialstaatliche Akteure als auch Selbstvertretungen anwesend und zusammen im Dialog. Die Stärke des Bundesforums sei, dass hier ergebnisoffen und in Anerkennung unterschiedlicher Perspektiven diskutiert würde. Es wurde nachgedacht, inwiefern das Bundesforum als Plattform noch attraktiver für selbstorganisierte Akteure marginalisierter Familien werden könne oder solle.

Ein vieldiskutierter Aspekt beleuchtete das Problem einiger Verbände und Organisationen, zugleich diskriminierte und diskriminierende Struktur zu sein. So liefen teilweise auch Selbstvertretungen benachteiligter Gruppen in ihren eigenen Strukturen Gefahr z.B. klassistische oder rassistische Ausschlüsse zu (re-)produzieren. Es gelte, sich jeweils zugleich selbstbehauptend und selbstkritisch zu bewegen. Konkurrenz oder Hierarchisierung unter verschiedenen benachteiligten Familien sei nicht zielführend. Zusammenarbeit und die Anerkennung anderer Akteure sei hier ein wichtiges Ziel, so einige Stimmen der Diskussionsrunde.

Diskutiert wurden auch pragmatische Möglichkeiten der Umsetzung. Was tun, wenn „von außen“ nicht empowert werden könne, die Gelder jedoch „von außen“ kämen? Wie sähe eine sinnvolle Förderung und Stärkung von Familien ohne Einmischung in der Praxis aus? Wie ließe diese sich organisieren?

Fazit und Anregungen zur weiteren Themenbearbeitung

Dr. Laura Block verabschiedete die Runde mit einem kleinen Fazit. Die Intention der Veranstaltung sei mitunter gewesen, eine selbstkritische Reflexion für die Arbeit mit und für Familien anzustoßen und Denkimpulse zu setzen. Dies sei in jedem Fall erreicht worden. Eine Zusammenfassung der Diskussion als Grundlage für die weitere Bearbeitung scheine ausgehend von der Vielzahl der Perspektiven und Wortmeldungen zwar schwierig, aber einige Punkte hätten sich deutlich gezeigt: 1. Es bestehe großes Interesse an einer sprachlich niedrigschwelligeren Vermittlung der dargestellten Konzepte von Empowerment und Powersharing. 2. Es brauche auch im Weiteren eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den eigenen Strukturen, um Schwachstellen in der Familienunterstützung zu erkennen. 3. Familienunterstützung müsse, um nachhaltig zu sein, die Familien nicht nur innerhalb des Systems stärken, sondern auch verbesserte Bedingungen, d.h. strukturelle Veränderungen des Systems zum Ziel haben. Bei diesen Prozessen gelte es im Sinne des Powersharing-Ansatzes, benachteiligten Familien sowie entsprechenden Selbstorganisationen mehr (Gestaltungs-)raum zu erschließen.

19. Juni 2023, Kiel: „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Gutes Wohnen für Alleinerziehende“ Fachtagung des VAMV

Insbesondere in Großstädten ist bezahlbarer Wohn­raum Mangelware. Dort wo das Geld knapp ist, nimmt die Miete einen überdurchschnittlich hohen Teil des Ein­kommens weg und verfestigt soziale Schieflagen. Stei­gende Mieten führen zu beengten Wohnverhältnissen. Alleinerziehende mit niedrigen Einkommen hatten auch vor der Inflation mit knapp 50 Prozent des Haushalts­budgets bereits eine viel zu hohe Wohnkostenbelastung. Die harte Konkurrenz um viel zu wenig bezahlbaren Wohnraum führt zunehmend dazu, dass Einelternfami­lien in prekäre Wohnlagen und benachteiligte Quartiere verdrängt werden. Dies hat vor allem negative Folgen für die Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen. Der VAMV will mit seiner Fachtagung auf die beson­deren Bedarfe und Herausforderungen von Eineltern­familien bei den Themen bezahlbares Wohnen und le­benswertes Umfeld hinweisen und multiperspektivische Handlungsansätze für eine nachhaltige Verbesserung der Situation aufzeigen.

Mit Blick auf geplante Wohnungsbauoffensiven will sich der VAMV mit den Fragestellungen des „Gender Planning“ aus der Perspektive von Alleinerziehenden auseinandersetzen und mögliche Handlungsansätze für Planungsvorhaben im Wohnungsbau und Quartiers­management diskutieren. Für Alleinerziehende stehen neben dem sozialen Umfeld insbesondere auch alltags­praktische und organisatorische Herausforderungen, wie Wegezeiten oder die infrastrukturelle Anbindung, im Vordergrund. Was macht ein gutes, förderliches Wohn­raumumfeld für Alleinerziehende und ihre Kinder aus? Nicht zuletzt soll der Frage nachgegangen werden, welche gelungenen Beispiele unterschiedlicher Wohn­formen bereits erprobt sind und inwiefern die bewähr­te Praxis mögliche Lösungsansätze für bestehende Fragen rund um Wohnraum und Lebensumfeld bieten könnte.

Die Tagung richtet sich an Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Verbänden, Vertreter*innen des VAMV und Interessierte.

Teinlnahmebeitrag. 30 €

Am Veranstaltungsort wird eine Kinderbetreuung angeboten.

Das Tagungsprogramm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Website des VAMV.

22. März 2022, online: Kick-Off-Veranstaltung „Empowerment durch Unterstützungsstrukturen“

Das Schwerpunktthema der Themenperiode 2022/23: „Empowerment durch Unterstützungsstrukturen – Zugänge schaffen und Familien stärken“ wurde beim Netzwerktreffen des Bundesforums Familie am 22. November 2021 mit großer Mehrheit von den anwesenden Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen gewählt. Erkenntnisse aus dem Neunten Familienbericht sowie Erfahrungen aus den Unterstützungsstrukturen unter dem „Stresstest“ der Pandemie begründen die Relevanz des Querschnittsthemas.

Bereits in den Diskussionen während des Netzwerktreffens wurden zu dem Thema erste Gedanken ausgetauscht. Festgehalten wurde unter anderem, dass die Zugänge zu Ressourcen für Familien in Deutschland insgesamt ungerecht verteilt sind. Dies gilt beispielsweise für die Teilhabe an Bildung, Wohnraum, Gesundheit etc. ebenso wie für den Zugang zu Unterstützungs-möglichkeiten in der Erziehungs- und Bildungsarbeit. Betont wurde, dass es daher wesentlich auf eine nachhaltige gerechtere Verteilung der materiellen und sozialen Ressourcen ankommt, aber auch auf die Schaffung barrierearmer Zugänge zu Unterstützungsangeboten für belastete Familien. Wie können Zugänge zu Unterstützung geschaffen und Familien gestärkt werden?

Um diese Frage zu beantworten, müssen einerseits die nach Unterstützung suchenden Familien und ihre Bedarfe, andererseits die Unterstützungsstrukturen selbst und die hier handelnden Fachkräfte in den Blick genommen werden. Letztere agieren im Spannungsfeld zwischen gesetzlichem Regelwerk und praktischer Umsetzung und sind täglich mit immanenten und auferlegten Restriktionen konfrontiert, die gelingende Zugänge erschweren. Das Bundesforum Familie hat sich in der Themenperiode 2022/2023 das Ziel gesetzt, durch die Eröffnung eines Reflexionsraumes diese Restriktionen, aber auch die Stellschrauben und Gelingensbedingungen für eine nachhaltige Stärkung von Familien durch Unterstützungsstrukturen zu identifizieren. Welche Potenziale werden durch einen selbstkritischen Blick auf Unterstützungsstrukturen freigelegt? Wie kann und muss mit bekannten Ambivalenzen des Systems umgegangen werden?

Die Kick-Off-Veranstaltung eröffnet ein Forum, in dem der Austausch zu diesen Fragen möglich ist. Sie bildet den Auftakt für die Themenperiode, der sowohl inhaltlichem Input als auch Diskussionen Raum bietet und strukturelle Grundsteine für den Weg der nächsten zwei Jahre legt.

Die Teilnahme ist den Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen des Bundesforums Familie vorbehalten. Wir bitten um Anmeldung bis zum 21. März 2022, 11 Uhr.

29. November 2022, Online: „Digitalisierung in der Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit. Anschluss an hybride Lebenswelten“ Fachveranstaltung Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ richtet als Forum und Netzwerk der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland regelmäßig Fachveranstaltungen aus, um Praxisakteur*innen in den Austausch über aktuelle fachliche Themen zu bringen. Die nächste AGJ-Fachveranstaltung des Fachausschusses V „Jugend, Bildung, Jugendpolitik“ findet am 29. November 2022 von 9-13 Uhr in digitalem Format unter folgendem Titel statt: „Digitalisierung in der Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit. Anschluss an hybride Lebenswelten“. .

Für junge Menschen ist die Antwort auf die Frage „analog oder digital?“ leicht zu beantworten: „Beides!“. Denn das soziale Leben und die Bewältigung der Kernherausforderungen im Jugendalter finden in hybriden Lebenswelten statt. Dies prägt die Formen der gesellschaftlichen Teilhabe junger Menschen. Ungleiche Zugangsmöglichkeiten zur Nutzung digitaler Medien verschärfen bestehende Ungleichheiten und erhöhen die Relevanz digitaler Ausstattung und Kompetenzen – dies zeigte sich in der Coronakrise deutlich. Andererseits war die Pandemie auch Treiberin digitaler Weiterentwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe. Akteur*innen nutzen kreativ Wege, um ihre Angebote auch auf digitale Räume zu erweitern, mit jungen Menschen in Kontakt zu sein und sie zu unterstützen In der Fachveranstaltung sollen Prozesse und Ansätze der Digitalisierung und Digitalität in der Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit im Mittelpunkt stehen, medienpädagogisch reflektiert sowie aktuelle Herausforderungen und Folgen für Adressat*innen und Fachkräfte diskutiert werden.

Die AGJ-Fachveranstaltung richtet sich an die interessierte Fachöffentlichkeit, insbesondere Akteur*innen aus den Strukturen der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit.

Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Website der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ

20. Oktober 2022, Berlin: „Ansprache und Werthaltungen in der Familienunterstützung“ Fachforum des Bundesforums Familie

Das diesjährige Netzwerktreffen des Bundesforums Familie findet als Fachforum „Ansprache und Werthaltungen in der Familienunterstützung“ am Donnerstag, den 20. Oktober 2022 von 10:30-16 Uhr als Präsenzveranstaltung in Berlin statt.

Das Ziel ist klar: starke, vielfältige Familien in einer starken, vielfältigen Gesellschaft. Doch wie sieht der Weg aus, der zu diesem Ziel führt? Unterstützungsstrukturen sind wichtige Bestandteile, um Familien direkt und nachhaltig zu stärken. Wie Unterstützungsangebote gestaltet und formuliert werden, wen sie adressieren und wen sie erreichen, hängt dabei unter anderem mit den Grundannahmen und Haltungen der Unterstützungsgebenden sowie auch denen der Träger oder Fördermittelgeber zusammen. Das Fachforum „Ansprache und Werthaltungen in der Familienunterstützung“ bietet Raum, diese Grundannahmen zu reflektieren und damit weitere Schritte auf dem Weg zu nachhaltig gestärkten Familien zu benennen.

Programm und Details als Download

ANMELDUNG

Bitte beachten Sie: Eine Teilnahme ist den Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen vorbehalten.
Anmeldeschluss ist der 12. Oktober 2022.

 

11. Oktober 2022, Berlin: „Arbeitsmarkt und Familie: Wie können wir die Arbeitswelt familienfreundlich gestalten?“ Fachtagung des Zukunftforums Familie

Schon länger lässt sich die Erwerbsbeteiligung und die Übernahme von Sorgearbeit miteinander in Einklang bringen – zumindest, wenn wir der politischen Programmatik der vergangenen Jahre Glauben schenken. Dies entspricht auch dem Wunsch vieler junger Eltern: Eine Mehrheit gibt an, Beruf und Familienarbeit partnerschaftlich vereinbaren zu wollen. Die Realität zeigt allerdings, wo das Modell an Grenzen stößt. Frauen übernehmen weiter den Großteil der Sorgearbeit und gehen vielfach einer nicht existenzsichernden Beschäftigung nach. Männer kehren nach einer kurzen Elternzeit häufig in eine überlange Vollzeittätigkeit zurück.

Verschiedene Trends und Strukturen auf dem Arbeitsmarkt verstärken die Herausforderungen für eine gute Vereinbarkeit. Hierzu zählen u. a. die zunehmende Flexibilisierung, die Verdichtung des Arbeitsaufkommens oder prekäre Beschäftigungsverhältnisse.

Aus Sicht des ZFF müssen gesellschaftliche Rahmenbedingungen, wie auch Arbeitsverhältnisse selbst, so gestaltet sein, dass Sorgearbeit als selbstverständlicher Teil von Erwerbsverläufen ermöglicht wird. Aber wie können diese Rahmenbedingungen mit Blick auf den Arbeitsmarkt ausgestaltet werden? Gemeinsam mit u. a. Prof. Dr. Bettina Kohlrausch und Teresa Bücker, wollen wir in unterschiedlichen Formaten diskutieren, wie der Weg zu einer familienfreundlichen Arbeitswelt aussehen kann.

Mehr Informationen zu Programm und Anmeldung finden Sie auf der Website des Zukunftforum Familie

15. September 2022, Frankfurt: „Familienpolitik über Grenzen – transnationale Familienverhältnisse und Alter“ Familienpolitische Fachtagung des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften, iaf

Transnationale, migrantische binationale Familien sind oft mit einer Doppelbelastung konfrontiert: sie sorgen in Deutschland für ihre Kinder und gleichzeitig müssen sie die Verantwortung für die Betreuung und Pflege der eigenen (Groß-)Eltern im Herkunftsland übernehmen. Die Tagung befasst sich mit den (sozial-)rechtlichen, migrationspezifischen sowie psychologischen Aspekten.
Unsere Fragestellung: Hat Familienpolitik die transnationalen Besonderheiten dieser Familien im Blick?

Mehr Informationen und Anmeldungsmodalitäten finden Sie auf der Webseite des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften

28. Juni 2022, online: Impulsworkshop „Empowerment als Leit- und Zielperspektive in der Familienunterstützung“

Die aktuelle Themenperiode „Empowerment durch Unterstützungsstrukturen“ nimmt die Stärkung von Familien durch empowernde Unterstützungsstrukturen in den Blick. Dieser Fokus thematisiert damit Empowerment als Leit- und Zielperspektive mit seinen Potenzialen, aber auch die damit einhergehenden Ambivalenzen, Herausforderungen und Missverständnisse.

Der Begriff des Empowerments wird sich wie ein roter Faden durch die drei für 2022/23 geplanten Fachforen ziehen – doch was bedeutet Empowerment und warum ist es erstrebenswert?

Bietet Empowerment einen Ausweg aus der Fürsorge-Falle oder dient er stellenweise als Label für Maßnahmen, die einen gegenteiligen Effekt erzielen? Was sind die Potenziale und Widersprüche von Empowerment? Der Empowerment-Begriff findet sich in vielen politischen und sozialarbeiterischen Kontexten. Gibt es Spezifika des Empowerment-Begriffs in der Familienarbeit?

Mit dem Impulsworkshop soll bereits im Vorfeld der Fachforen durch Input und Diskussion eine gemeinsame begriffliche Grundlage für die weitere Bearbeitung der Thematik geschaffen werden. So wird erreicht, dass ‚Empowerment‘ nicht als wohlklingender Trendbegriff verstanden wird, sondern als Konzept, das Familien nachhaltig stärken und Zugänge langfristig schaffen kann.

Gliederung des Workshops

In einem ersten Teil gibt Yasmine Chehata (TH Köln, Herausgeberin des Sammelbandes „Empowerment und Powersharing“ [2020]) einen inhaltlichen Einblick in den konzeptionellen Ansatz des Empowerment-Begriffs. Prof. Dr. Paul Mecheril (Universität Bielefeld, Beiratsmitglied des Bundesforums Familie) schließt daran mit einem einordnenden Kommentar an. Dieser Teil des Workshops ist für alle interessierten Mitglieder des Bundesforums Familie.

Der zweite Teil richtet sich ausschließlich an die Mitglieder der drei neu gebildeten Ad-Hoc-AGs und fragt nach dem Nutzen und möglichen Stolpersteinen des Empowerment-Begriffs und dessen Auswirkungen auf die Praktiken in der Familienunterstützung. Durch die Diskussion soll hier ein tieferes Verständnis für die Idee des Empowerments erworben und bestehende Vorstellungen reflektiert und erweitert werden. Diese Auseinandersetzung dient als Grundlage für die weitere Bearbeitung der Thematik innerhalb der AGs.

Das ausführliche Programm finden Sie als PDF hier zum Download.

Anmeldung zum Impulsworkshop am 28. Juni 2022

Der Impulsworkshop richtet sich nur an Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen des Bundesforums Familie.

22. November 2021, Berlin: Netzwerktreffen des Bundesforums Familie

Am 22. November 2021 kommen die Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen des Bundesforums Familie zum diesjährigen Netzwerktreffen im Festsaal der Berlin Stadtmission zusammen.

Eine Teilnahme ist den Mitgliedsorganisationen vorbehalten, eine Einladung mit Details zur Veranstaltung wurde den Vertreter*innen per Email geschickt.

Bei der Veranstaltung wird vormittags der vergangene Diskussionsprozess zum Thema „Familie, Wohnen und Kommunale Infrastruktur“ reflektiert sowie über die durch die Netzwerkversammlung aufzustellenden Mitglieder des Beirats entschieden werden. Am Nachmittag werden sich die Mitgliedsorganisationen der neuen Schwerpunktsetzung widmen und das Thema wählen, welches das Bundesforum in den nächsten zwei Jahren begleiten wird.

Der Anmeldeschluss ist der 11. November 2021.