Familie und Inklusion (2013 – 2015)

Abschlusspublikation: Familie ist Vielfalt: Inklusion leben, Teilhabe sichern

Zusammenfassung in Leichter Sprache der Leitlinien für Verbände, Politik und Gesellschaft: 12 wichtige Dinge für Familie und Inklusion. Vorschläge vom Bundesforum Familie

„Inklusion“ als die Wertschätzung der Vielfalt von Menschen und Familien hat das Ziel, jedem Einzelnen die uneingeschränkte Teilhabe an allen Bereichen dieser Gesellschaft zu ermöglichen. Familien und Kinder werden in ihrer Verschiedenheit wahrgenommen und akzeptiert. Unabhängig der Herkunft, der Hautfarbe, der ökonomischen Lebensbedingungen, des Bildungsstandards, der gelebten Familienform, Behinderungen und anderer individueller Merkmale sind sie ein anerkannter Teil der Gesellschaft, haben Zugang zu allen gesellschaftlichen Bereichen und können diese aktiv mitgestalten. Sowohl gesellschaftlich als auch politisch bedeutet dies ein Anerkennen der Lebenswirklichkeiten in den Familien.

Von 2013-2015 erarbeitete das Bundesforum Familie in zwei Arbeitsgruppen die Publikation: Familie ist Vielfalt: Inklusion leben, Teilhabe sichern

Die Publikation „Familie ist Vielfalt: Inklusion leben, Teilhabe sichern“ ist insofern beachtenswert, als sie Inklusionserfordernisse für alle Familienformen und -konstellationen formuliert und Inklusion nicht allein auf Menschen mit Behinderungen bezieht. Dazu werden Teilhabehürden entlang sozialer Dimensionen von Ungleichheit untersucht. Diese beziehen sich unter anderem auf Bildung, Gesundheit, Familienkonstellationen, materielle Ressourcen und regionale Kontexte. Eltern und Kinder werden dabei jeweils in ihrer jeweiligen Verschiedenheit wahrgenommen und akzeptiert. Zudem werden Einschränkungen und deren Wechselwirkungen für Familienmitglieder mit Behinderungen analysiert. Darauf aufbauend wird erörtert, wie Eltern mit Behinderungen unterstützt werden können und welche Rahmenbedingungen Kinder mit Behinderungen für ein gutes Aufwachsen brauchen. Abschließend zeichnen zwölf Leitlinien für Verbände, Politik und Gesellschaft einen möglichen Weg in eine inklusive Gesellschaft für alle Familien.

Netzwerkversammlungen

Im Juni 2013 fand die erste Netzwerkversammlung zum Thema „Familie und Inklusion“ statt. Nach einem Input von Prof. Heiner Keupp diskutierten über 50 Teilnehmer/innen in einem World-Café über die zukünftige inhaltliche Ausrichtung des Bundesforums. Die Ergebnisse wurden in einer Dokumentation zusammengefasst.

Im September 2014 kamen in Berlin rund 50 Vertreter/innen der Mitgliedsverbände zur zweiten Netzwerkversammlung zum Thema „Familie und Inklusion“ zusammen. In der Podiumsdiskussion „Lebenslagen von Familien im Lichte der UN-Behindertenrechtskonvention“ gab es nach spannenden Inputs von Dr. Sigrid Arnade, Prof. Dr. Andreas Eckert und Dr. Michael Wrase Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion.

Am 04. Dezember 2015 wurde bei einer weiteren Netzwerkversammlung die in den beiden Arbeitsgruppen erarbeitete Abschlusspublikation „Familie ist Vielfalt: Inklusion leben, Teilhabe sichern“ vorgestellt.

Arbeitsgruppen

Im Dezember 2013 wurden zwei Arbeitsgruppen eingerichtet:

Arbeitsgruppe A: „Inklusion bei Familien mit behinderten Angehörigen“ (16 Mitglieder)
Arbeitsgruppe B: „Inklusion für die Vielfalt von Familien“ (27 Mitglieder)

Während sich Arbeitsgruppe A mit der Situation und den Teilhabehürden von Familien mit behinderten Angehörigen in der frühen Familienphase beschäftigte und hier das Augenmerk sowohl auf Kinder als auch auf Eltern mit Behinderung richtet, untersuchte Arbeitsgruppe B die Möglichkeiten des Inklusionsbegriffs für die Vielfalt von Familien generell.

Jede Arbeitsgruppe traf sich drei bis vier Mal jährlich, um ein gemeinsames Papier zu erarbeiten. Ab April 2015 arbeitete eine 7-köpfige Redaktionsgruppe, mit Mitgliedern beider Arbeitsgruppen, an der Fertigstellung und Endredaktion der gemeinsamen Publikation „Familie ist Vielfalt. Inklusion leben, Teilhabe sichern“, die am 04. Dezember 2015 bei der Netzwerkversammlung vorgestellt wurde.

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